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Druckluftanlagen: Neubau, Betrieb und Mitbestimmung

Facility Management: Druckluftanlagen » Strategie » Mitbestimmung

Neubau, Betrieb und Mitbestimmung

Neubau, Betrieb und Mitbestimmung

Druckluftanlagen sind eine Schlüsselkomponente in vielen industriellen und gewerblichen Einrichtungen. Sie versorgen Werkzeuge, Maschinen und Prozesse mit der notwendigen Druckluft und tragen wesentlich zur Effizienz und Produktivität bei. Der Neubau und Betrieb von Druckluftanlagen erfordern eine sorgfältige Planung und Berücksichtigung von Sicherheits-, Effizienz- und Gesundheitsaspekten. Die Mitbestimmung des Betriebsrats ist dabei unverzichtbar, um die Interessen der Mitarbeitenden zu wahren und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben sicherzustellen. Klare Betriebsvereinbarungen, umfassende Schulungen und transparente Kommunikation schaffen die Grundlage für eine erfolgreiche Integration der Anlage in den Betrieb – zum Vorteil von Unternehmen und Belegschaft.

Neubau einer Druckluftanlage

Bedeutung des Neubaus

  • Kapazitäten zu erweitern, z. B. bei steigenden Produktionsanforderungen.

  • Effizienz zu verbessern, z. B. durch den Einsatz moderner, energieeffizienter Technologien.

  • Sicherheitsstandards zu erfüllen, z. B. durch die Anpassung an neue gesetzliche Anforderungen.

  • Bestehende Anlagen zu ersetzen, die technisch oder wirtschaftlich

Planung

  • Bedarfsanalyse: Ermittlung des benötigten Druckluftvolumens und der Anforderungen der Nutzer.

  • Standortwahl: Auswahl eines geeigneten Standorts, der Betriebsanforderungen, Sicherheitsaspekte und Lärmschutz berücksichtigt.

  • Technologieauswahl: Entscheidung für geeignete Kompressoren, Leitungen und Druckluftspeicher.

  • Integration: Einbindung der Anlage in bestehende Systeme, wie Energiemanagement oder CAFM-Systeme.

Mitbestimmung des Betriebsrats

  • § 90 BetrVG: Anhörungsrecht bei baulichen Maßnahmen. Der Betriebsrat muss über den Neubau der Anlage informiert und angehört werden.

  • § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG: Mitbestimmung bei Maßnahmen des Arbeitsschutzes, z. B. Lärmschutz oder ergonomische Arbeitsplatzgestaltung.

  • § 80 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG: Überwachung der Einhaltung gesetzlicher Vorschriften.

Technische Anforderungen

  • Effizienz: Moderne Druckluftanlagen nutzen energieeffiziente Technologien, wie frequenzgeregelte Kompressoren, um den Energieverbrauch zu minimieren.

  • Sicherheit: Ausstattung mit Druckentlastungsventilen, Not-Aus-Systemen und regelmäßige Wartung, um Unfälle zu vermeiden.

  • Zuverlässigkeit: Sicherstellung einer kontinuierlichen Druckluftversorgung durch redundante Systeme.

Arbeitsbedingungen

  • Lärmschutz: Der Betrieb von Kompressoren erzeugt Lärmemissionen, die durch schallisolierte Gehäuse oder separate Maschinenräume minimiert werden müssen.

  • Ergonomie: Arbeitsplätze, die in der Nähe von Druckluftanlagen liegen, sollten ergonomisch gestaltet sein, um Belastungen durch Lärm oder Vibrationen zu reduzieren.

Wartung

  • Leckageprüfung: Vermeidung von Druckverlusten, die Energieverschwendung verursachen.

  • Filterwechsel: Sicherstellung einer hohen Druckluftqualität, insbesondere in sensiblen Anwendungen wie der Lebensmittelindustrie.

  • Überprüfung der Sicherheitsvorrichtungen: Regelmäßige Kontrolle von Druckventilen und Not-Aus-Systemen.

Neubau

  • Standortwahl: Der Betriebsrat kann darauf hinwirken, dass die Anlage so positioniert wird, dass Lärmbelastungen für Mitarbeitende minimiert werden.

  • Technologieauswahl: Einbindung des Betriebsrats in Entscheidungen zu energieeffizienten und sicheren Technologien.

  • Gefährdungsbeurteilung: Bewertung potenzieller Risiken, z. B. durch plötzlichen Druckverlust oder Explosionsgefahr.

Betrieb

  • Arbeitsplatzgestaltung: Sicherstellung, dass Arbeitsplätze in der Nähe der Anlage ergonomisch gestaltet sind und ausreichend Schallschutz bieten.

  • Schulungen: Mitarbeitende, die mit der Anlage arbeiten, müssen umfassend geschult werden.

  • Wartungspläne: Der Betriebsrat kann Mitbestimmungsrechte bei der Festlegung von Wartungsintervallen geltend machen.

Energieeffizienz

  • Monitoring: Einführung von Energiemanagementsystemen, die den Energieverbrauch der Anlage überwachen, ohne personenbezogene Daten der Mitarbeitenden zu erfassen.

  • Optimierung: Der Betriebsrat kann auf Maßnahmen zur Energieeinsparung hinwirken, z. B. durch die Nutzung von Abwärme aus dem Kompressor.

Sicherheit

  • Notfallmanagement: Erstellung von Notfallplänen, die den Umgang mit technischen Störungen oder plötzlichem Druckverlust regeln.

  • Unfallverhütung: Der Betriebsrat kann sicherstellen, dass alle relevanten Sicherheitsstandards, wie die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), eingehalten werden.

Inhalte einer Betriebsvereinbarung

  • Technische Standards: Festlegung der Anforderungen an Lärmschutz, Energieeffizienz und Sicherheitsvorrichtungen.

  • Schulungen: Verpflichtung des Arbeitgebers, Schulungen zur Bedienung und Wartung der Anlage anzubieten.

  • Datenschutz: Regelungen zur Nutzung von Daten, die durch Monitoring-Systeme erhoben werden, z. B. Energieverbrauchsdaten.

  • Wartung und Inspektionen:Festlegung von Wartungsintervallen und Prüfplänen.

  • Notfallpläne: Regelungen für den Umgang mit technischen Störungen und Unfällen.

Vorteile einer Betriebsvereinbarung

  • Rechtskonformität: Einhaltung gesetzlicher Vorschriften, wie BetrSichV und DGUV-Regeln.

  • Transparenz: Schaffung von Vertrauen durch klare Regelungen.

  • Sicherheit: Minimierung von Risiken für Mitarbeitende und Betrieb.

Standortwahl

  • Problem: Der geplante Standort eines neuen Kompressors liegt in der Nähe von Arbeitsplätzen und erzeugt hohe Lärmbelastungen.

  • Lösung: Der Betriebsrat setzt durch, dass die Anlage in einem schallisolierten Raum installiert wird.

Schulungen

  • Problem: Mitarbeitende sind unsicher im Umgang mit der neuen Druckluftanlage.

  • Lösung: Der Betriebsrat fordert verpflichtende Schulungen zur Bedienung und Wartung.

Energieeffizienz

  • Problem: Die Anlage hat einen hohen Energieverbrauch und verursacht unnötige Kosten.

  • Lösung: Der Betriebsrat wirkt auf die Einführung eines Energiemonitorings hin, um Einsparpotenziale zu identifizieren.