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Arten von Druckluftanlagen

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Arten von Druckluftanlagen

Bedeutung der Arten von Druckluftanlagen im Facility Management

Die Kenntnis der unterschiedlichen Arten von Druckluftanlagen ist für das Facility Management (FM) wesentlich, da Druckluft in vielen Betrieben zugleich betriebskritische Infrastruktur und bedeutender Energiekostenfaktor ist, wobei in Deutschland rund sieben Prozent des industriellen Strombedarfs für Druckluftanwendungen eingesetzt werden und Optimierungspotenziale von etwa 30 %, in kleineren Betrieben teils bis 50 %, beschrieben sind, während Druckluft zugleich als eine der teuersten Energieformen gilt, da nur ein Teil der eingesetzten Energie als nutzbare Druckluft ankommt und erhebliche Anteile als Abwärme oder durch Leckagen verloren gehen. Für das FM ergibt sich daraus ein klarer Steuerungsauftrag, da der jeweilige Anlagentyp unmittelbar beeinflusst, wie Versorgungssicherheit organisiert wird, welche Verdichterbauarten typischerweise zum Einsatz kommen und welche Aufbereitungs- und Monitoringkonzepte erforderlich sind, zumal die Bereitstellung in Industrieunternehmen überwiegend zentral über Kompressorstationen mit mehreren, teils kombinierten Verdichtern erfolgt. Ohne klare Typisierung besteht das Risiko, Servicelevel, Wartungsstrategien und Energieprogramme am falschen Anlagenprofil auszurichten, weshalb insbesondere angesichts der starken Verbreitung von Schraubenkompressoren und der spezifischen Eigenschaften anderer Bauarten wie Kolben-, Turbo- oder Scrollverdichtern eine systematische Einordnung als Grundlage für eine sachgerechte Betriebs- und Kostensteuerung erforderlich ist.

Arten von Druckluftanlagen im Facility Management

„Arten von Druckluftanlagen“ beschreibt im FM eine mehrdimensionale Typisierung, die mindestens folgende Dimensionen umfasst:

  • Erzeugungsprinzip / Verdichterprinzip: Grundsätzlich werden Verdrängerprinzip (z. B. Kolben und Rotationsverdichter) und Turboprinzip unterschieden; Turbokompressoren sind typischerweise für große Volumenströme.

  • Verdichterbauart: Kolben-, Schrauben-, Scroll- sowie Turbo-/Spezialverdichter jeweils mit typischem Lastverhalten, Betriebsfenstern und Instandhaltungscharakteristika.

  • Betriebsweise/Regelung: Start/Stop, Last/Leerlauf, drehzahlgeregelt (Frequenzumrichter) sowie übergeordnete Steuerungen in Stationen (Sequenz/Kaskade/Verbund). Diese beeinflussen Druckband, Schalthäufigkeit, Leerlaufverluste und Verfügbarkeit.

  • Qualitätsauslegung (Ölkonzept & Aufbereitung): Ölgeschmiert vs. ölfrei sowie das erforderliche Aufbereitungsniveau (Filtration/Trocknung), und damit Schutz der Verbraucher sowie Energie- und Wartungsaufwand.

  • Versorgungsstruktur/Architektur (zentral/dezentral/hybrid): Zentrale Kompressorstationen sind häufig aus Kosten- und Betriebsgründen attraktiv (Monitoring, Wartung, Wärmerückgewinnung), während dezentrale Konzepte andere Netz- und Erweiterungseigenschaften haben.

Aus FM-Sicht ist die Typisierung kein Selbstzweck, sondern Basis für Gefährdungsbeurteilung und Betriebsorganisation: Bei der Verwendung von Arbeitsmitteln sind vorhersehbare Betriebsstörungen und Notfallsituationen zu berücksichtigen; das betrifft auch den Betrieb, die Störungsbeseitigung und die Instandhaltung von Druckluftanlagen.

Bedeutung für FM-Entscheidungen (Basisebene)

FM-Entscheidungsfeld

Warum der Anlagentyp relevant ist

Typischer FM-Nutzen

Verfügbarkeit/Servicelevel

Architektur (zentral/dezentral), Station mit mehreren Verdichtern und übergeordneter Steuerung sowie Bauartmix beeinflussen Redundanz, Ausfallkaskaden und Wiederanlaufverhalten.

Passend dimensionierte Bereitschaft, Eskalation und Reservekonzepte.

Wartungsstrategie

Unterschiedliche Bauarten haben unterschiedliche Verschleiß- und Inspektionslogiken (z. B. Schaltzyklen, Belastungsprofile, Filter-/Aufbereitungszustände).

Planbare Wartung, weniger ungeplante Stillstände, klare Ersatzteilstrategie.

Energieeffizienz

Regelungsart (Leerlaufanteil, Druckband, Frequenzumrichter) und Druckniveau bestimmen den Energieverbrauch wesentlich; Druckluft gilt als teure Energieform und bietet signifikante Optimierungspotenziale.

Kostensteuerung, zielgerichtete Maßnahmenprogramme und belastbare Business Cases.

Druckluftqualität

Öl-/Wasser-/Partikel- und mikrobiologische Aspekte sowie Filter- und Trocknungskonzepte sind anwendungsabhängig; höhere Filtergüte verursacht typischerweise höheren Druckverlust und damit mehr Energiebedarf.

Schutz sensibler Verbraucher, weniger Qualitätsabweichungen/ Reklamationen.

Betrieb & Monitoring

Relevante Kennwerte unterscheiden sich (z. B. Schaltzyklen, Druckband, Temperatur-/Drucktrends, Alarm- und Wartungsanzeigen, zentrale Fern- und Zustandsüberwachung).

Bessere Transparenz, frühere Störungserkennung, schnellere Fehleranalyse.

Die praktische Relevanz lässt sich auch aus der empfohlenen Datenerfassung ableiten: Für eine belastbare Bewertung sollen u. a. Alter, Anschlussleistung, Art der Steuerung, erzeugtes Druckniveau, Größe des Druckluftspeichers, Länge des Verteilnetzes, Art der Aufbereitungsanlagen sowie Anforderungen an die Luftqualität erfasst werden.

Typische FM-Zielgrößen, die vom Anlagentyp abhängen

Zielgröße

Typischer Bezug zum Anlagentyp

Druckstabilität

Regelungskonzept und Auslegung des Druckbandes bestimmen, wie eng der Netzdruck gehalten wird; drehzahlgeregelte Antriebe können den Netzdruck annähernd konstant in engem Druckband halten.

Betriebskosten

Energie dominiert häufig die Lebenszykluskosten (je nach Betriebsstunden); Leerlauf- und Überdruckverluste hängen stark von Bauart und Regelung ab.

Wartungsaufwand

Bauartabhängige Wartungspunkte (z. B. Schaltspiel, Filterzustand, Aufbereitung) und stationäre vs. dezentrale Verteilung der Wartungsorte.

Ausfallrisiko

Systemarchitektur und zentrale Steuerung/Stand-by-Logik reduzieren Ausfallrisiken; bei zentraler Versorgung ist die Kritikalität einzelner Komponenten oft höher.

Qualitätsfähigkeit

Ölkonzept und Aufbereitungsstrategie bestimmen Kontaminationsrisiken; Qualitätsanforderungen sind anwendungsabhängig zu definieren und verursachen ggf. zusätzliche Druckverluste/Energiebedarf.

Als FM-Grundlogik gilt

Druckluftsysteme sollten als Gesamtsystem betrachtet werden (Erzeugung–Aufbereitung–Verteilung–Anwendung), weil Einzelmaßnahmen (z. B. Leckagereduktion) das Lastprofil verändern und dadurch die optimale Steuerung/Regelung der Erzeugung beeinflussen.

Nutzungskontexte im Gebäude- und Prozessbetrieb

Die Bedeutung der Anlagenart steigt mit der Prozesskritikalität, der Variabilität des Lastprofils und den Qualitätsanforderungen. In der Praxis werden zentrale Stationen häufig mit mehreren Kompressoren betrieben; teils werden Verdichterbauarten kombiniert, etwa weil klassische Niederdrucknetze oft über Schraubenkompressoren und Hochdrucknetze über Kolbenkompressoren versorgt werden.

Gleichzeitig sind Energie- und Netzthemen im FM besonders relevant

Druckluft ist teuer, und bereits die Auswahl des Druckniveaus sowie die Netzarchitektur (Ringleitung, Querschnitte, dezentrale Teilversorgung) beeinflussen Druckverluste, Leckagerisiken und damit die notwendige Erzeugungsleistung.

Beispielhafte Zuordnung „Nutzung ↔ typische Anlagenanforderung“ (Basisebene)

Nutzungs-/Prozesskontext

Typische Anforderung

Warum Anlagenart wichtig ist

Produktion mit Spitzenlasten

Gute Teillastfähigkeit, schnelle Nachregelung, geeignete Speicher-/Steuerlogik

Regelungsart bestimmt Leerlaufanteile und Druckband; übergeordnete Steuerungen/Verbundbetrieb verbessern Effizienz und Stabilität.

Werkstätten / Technikdienst

Robuste Versorgung, einfache Betriebsführung, toleranter Betrieb

Bauart und Regelung beeinflussen Schaltzyklen und Wartungsaufwand; lokale Druckerhöhung oder dezentrale Erzeugung kann Netzverluste reduzieren.

Sensible Verbraucher (z. B. Labora/Technik)

Definierte Qualität, geringe Kontamination, abgestimmte Aufbereitung

Ölkonzept (ölfrei/ölgeschmiert) und Filtration/Trocknung sind entscheidend; höhere Filtergüte erhöht typischerweise den Druckverlust und damit Energiebedarf.

24/7-Betrieb

Hohe Verfügbarkeit, Wartungsfenster begrenzt, Reservekonzept

Stationen mit mehreren Kompressoren und Stand-by-Logik reduzieren Ausfallfolgen; Bauartmix kann Vorteile kombinieren.

Mehrere Gebäude/Areale

Versorgung über Netz/Stationen, Druckverluste beherrschbar

Architektur (zentral/dezentral/hybrid) prägt Druckverluste, Erweiterbarkeit, Wartungslogistik und Kritikalität zentraler Komponenten.

Technisch-organisatorisch ist zu beachten

Die Datenerfassung für Energie- und Zustandsbewertung soll u. a. Steuerungsart, Druckniveau, Speichergröße, Netzlänge, Aufbereitung und Luftqualitätsanforderungen umfassen – genau diese Parameter sind typischerweise an die Anlagenart gekoppelt.

Hauptkategorien nach Erzeugungsprinzip (Bauart)

Anlagenart (Verdichterbauart)

Grundmerkmal (Basis)

FM-Bedeutung (typisch)

Kolbenkompressor

Verdrängerprinzip mit taktbetriebenem Verdichtungszyklus; häufig für höhere Drücke geeignet

Typisch in Hochdrucknetzen; Wartungs- und Schaltspielbetrachtung wichtig, da Belastungen und Einsatzprofile stark variieren.

Schraubenkompressor

Rotationsverdichter, häufig kontinuierlicher Betrieb; in Deutschland stark verbreitet

Standard in vielen Niederdrucknetzen; FM-Fokus auf Regelung (Leerlaufanteile), Aufbereitung und kontinuierliches Monitoring.

Scroll-/Kleinverdichter

Rotierender Verdrängerkompressor mit Spiralen; kompakte Bauform

Relevanz für dezentrale/kleinere Versorgungen; Standort-, Geräusch- und Wartungszugangsthemen stärker im Gebäudebetrieb.

Turbo-/Spezialverdichter (allgemein)

Turboprinzip mit hoher Drehzahl; typischerweise große Volumenströme

Höhere Komplexität, spezifisches Service- und Überwachungskonzept; besonders relevant im Grundlast-/Großverbraucherumfeld.

Diese Einordnung ist in Deutschland praxisnah

Schraubenkompressoren dominieren, und in Industrieunternehmen werden Bauarten teilweise kombiniert (z. B. Schrauben für klassische Niederdrucknetze, Kolben für Hochdrucknetze).

Kategorien nach Ölkonzept und Qualitätsauslegung

Qualitätsauslegung

Grundmerkmal (Basis)

Warum wichtig im FM

ölgeschmiert

Schmier-/Dichtmedien im Verdichtungsumfeld möglich; Ölanteile können in die Systembetrachtung der Luftqualität einfließen

Höherer Aufbereitungs- und Überwachungsbedarf (z. B. Öl- und Filtermanagement); Qualitäts- und Reklamationsrisiken bei sensiblen Verbrauchern.

ölfrei

Kein Öl im Verdichtungsprozess; Ziel ist Minimierung des Ölrisikos in der Druckluft

Relevanz für empfindliche Anwendungen; ermöglicht risikoärmere Qualitätskonzepte, bleibt aber abhängig von Filtration/Trocknung und Gesamtumgebung.

Für das FM ist entscheidend

Druckluftqualität ist nicht nur Taupunkt-/Feuchtethema; Anteile von Öl und auch mikrobiologische Aspekte können Produktqualität, Arbeitsbedingungen und Umweltbedingungen beeinflussen. Gleichzeitig steigen bei höherer Filtergüte typischerweise Druckverluste und Betriebskosten; daher ist „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“ als Auslegungsgrundsatz konsequent zu operationalisieren.

Kategorien nach Versorgungsarchitektur

Architektur

Grundmerkmal (Basis)

FM-Bedeutung

zentrale Anlage

Erzeugung an einem Standort, Verteilung über ein Netz

Häufigster Ansatz: zentrale Kompressorstationen mit mehreren Kompressoren; zentrale Kritikalität, aber effizientere Überwachung, Wartung und Wärmerückgewinnung möglich.

dezentrale Anlagen

Mehrere Stationen nahe den Verbrauchern

Kürzere/vereinfachte Netze möglich; dafür mehr Wartungspunkte und höherer Koordinationsaufwand im FM.

hybride Systeme

Kombination aus zentral + dezentral

Flexible Versorgung (z. B. zentrale Grundlast plus dezentrale Versorgung besonderer Druck-/Qualitätsniveaus); komplexere Steuerung und Dokumentation erforderlich.

In der industriellen Praxis erfolgt die Bereitstellung in den meisten Fällen zentral über eine Kompressorstation mit mehreren Kompressoren; je nach Anforderungen werden Bauarten kombiniert.

Für die Auslegung „zentral oder dezentral“ ist im FM keine Pauschalantwort zulässig: Einflussfaktoren sind u. a. die Bedeutung eines Druckluftausfalls, Schwankungen im Bedarf, verfügbarer Platz und elektrische Rahmenbedingungen; zentrale Stationen werden häufig aus Kostengründen gewählt und bieten Vorteile bei Überwachung, Wartung und Wärmerückgewinnung.

Kategorien nach Regelung/Lastmanagement (Basis)

Betriebs-/Regelungsart

Grundmerkmal

FM-Relevanz

Start/Stop bzw. Last/Leerlauf

Einfache Regelung über Ein/Aus bzw. belastet/entlastet in Druckbandlogik

Schaltzyklen, Motorstarts und Leerlaufzeiten sind FM-Kennzahlen; im Leerlauf können erhebliche Leistungsanteile ohne Luftförderung auftreten.

drehzahlgeregelt (VSD)

Anpassung an Bedarf über Frequenzumrichter

Kann Netzdruck in engem Druckband annähernd konstant halten; erfordert passende Auslegung, Monitoring und qualifiziertes Servicekonzept.

Kaskadenbetrieb (mehrere Verdichter)

Abgestufte Leistung über mehrere Maschinen

Verfügbarkeit/Redundanz steuerbar; Steuerungslogik entscheidet über mittleres Druckniveau und Energieeffizienz.

Für die FM-Praxis sind zwei Punkte besonders belastbar belegt:

  • Leerlaufverluste sind relevant; im Leerlaufzustand können Antriebsmotoren einen nennenswerten Anteil der Nennleistung aufnehmen, ohne dass Luft gefördert wird.

  • Übergeordnete Steuerungen und drehzahlgeregelte Konzepte dienen sowohl Effizienz als auch Verfügbarkeit: Moderne Steuerungen reduzieren Betriebskosten durch optimierte Steuerung, und eine zentrale Anlagensteuerung kann Stand-by-Kompressoren automatisch starten, um Druckabfall und Produktionsstillstände zu verhindern.

Grundrisiken, die je nach Anlagenart unterschiedlich ausgeprägt sind

Risikofeld

Typischer Zusammenhang mit Anlagenart

FM-Relevanz (Basis)

Druckführende Komponenten

Alle Anlagenarten betroffen (Leitungen, Behälter, Armaturen, Verdichter)

Sichere Betriebs- und Wartungsprozesse sind verpflichtend; Systeme mit möglichem Überdruck sind zu entlasten und Druckfreiheit ist festzustellen.

Öl-/Kontaminationsrisiko

Stärker bei ölgeschmierten Systemen, zusätzlich abhängig von Aufbereitung/Verteilung

Schutz sensibler Verbraucher, saubere Spezifikationen und Monitoring der Qualität; falsche Filter-/Aufbereitungswahl kann Druckverluste und Kosten erhöhen.

Thermische Belastung

Abhängig von Bauart, Auslastung und Aufstellung (Kompressorraum/Belüftung)

Überhitzungs- und Ausfallrisiko; Arbeitsraumgrenzen und Lüftungsanforderungen sind im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen.

Lärm/Vibration

Je nach Kompressortyp, Fundament und Entkopplung unterschiedlich

Arbeitsschutz: Auslösewerte für Lärm (z. B. 80/85 dB(A) Tages-Lärmexpositionspegel) verlangen organisatorische/technische Maßnahmen inklusive Gehörschutzmanagement.

Komplexität der Steuerung

Höher bei Kaskaden/VSD/hybriden Systemen

Fehlbedienungs- und Störungsrisiko; klare Dokumentation, Zuständigkeiten und qualifiziertes Servicekonzept erforderlich.

Diese Risikofelder sind nicht abstrakt, sondern leiten sich aus anerkannten Arbeitsschutz- und Sicherheitsgrundsätzen ab: Bei Instandhaltungsarbeiten ist beim Öffnen von Anlagenteilen mit möglichem Überdruck das System zu entlasten und die Druckfreiheit festzustellen; zudem sind Arbeitsfreigabeverfahren zur Sicherstellung druckloser/abgesperrter Zustände vorgesehen.

Für pneumatische Anlagen werden typische Gefährdungen wie Restenergie, Druckabfall, Schlauchpeitschen, Wegschleudern von Teilen und Druckluftaustritt beschrieben; Arbeiten sollen nur durch befugtes Personal erfolgen, und ein druckloser Zustand ist herzustellen und zu überprüfen.

Im Lärmschutz sind Auslösewerte (u. a. 80 dB(A) und 85 dB(A) LEX,8h) als Schwellen für Schutzmaßnahmen dokumentiert.

Für die Lüftung und Raumklimabetrachtung konkretisieren Technische Regeln für Arbeitsstätten die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung; sie sind in der Gefährdungsbeurteilung zu berücksichtigen, u. a. zur Sicherstellung gesundheitlich zuträglicher Atemluft und zum Umgang mit Wärme- und Stofflasten.

Präventionslogik im FM (Basisebene)

Die Anlagenart bestimmt, welche Betriebsgrenzen, Wartungsroutinen und Monitoring-Punkte als Mindeststandard erforderlich sind, um Sicherheit und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

Praktisch bedeutet dies:

  • Typbezogene Gefährdungsbeurteilung und Dokumentation: Vorhersehbare Betriebsstörungen und Notfallsituationen müssen in die Beurteilung einbezogen werden; daraus folgen konkrete Maßnahmen für Betrieb, Störungsbeseitigung und Instandhaltung.

  • Typbezogene „Sicherheitslogik“ für Instandhaltung: Drucklosigkeit/Druckfreiheit ist vor Eingriffen sicherzustellen und zu verifizieren; organisatorische Freigaben und klare Zuständigkeiten sind Teil des sicheren Betriebs.

  • Typbezogene Energie- und Effizienzlogik: Druckniveau, Steuerungsart und Leerlaufanteile sind FM-Kennzahlen; Druckerhöhungen wirken sich signifikant auf den Energiebedarf aus, und übergeordnete Steuerungen bzw. drehzahlgeregelte Konzepte sind als Effizienzhebel dokumentiert.

Rollen und Verantwortlichkeiten (typisierungsbezogen)

Rolle

Verantwortung (Basis)

Betreiber / Objektverantwortung

Festlegung von Serviceleveln nach Anlagenart und Kritikalität; Sicherstellung der erforderlichen Organisation und Ressourcen (u. a. Arbeitsschutz, Prüf- und Instandhaltungsorganisation).

Facility Management

Anlagenklassifizierung, Wartungsplanung, Controlling, Koordination von Betrieb & Service; Sicherstellung der Datenbasis (Steuerungsart, Netzparameter, Qualität) und Dokumentation.

Servicepartner

Bauartgerechter Service, Ersatzteil- und Prüfkonzept; Rückmeldung zu Schwachstellen (z. B. Regelung/Leerlauf, Aufbereitung, Störmuster).

Nutzerbereiche

Rückmeldung zu Bedarf/Qualität, Meldung von Abweichungen; Einhaltung von Vorgaben zur Anwendung (insb. Druckniveau, Qualitätsanforderungen).

Die Notwendigkeit einer systematischen Klassifikation wird auch normativ im FM-Kontext verankert

In der deutschen Normungslandschaft sind u. a. Taxonomie, Klassifikation und Strukturen im Facility Management als eigene Norminhalte benannt, was die methodische Bedeutung geordneter Strukturen unterstreicht.

FM-Steuerung: Anlagenart → Servicelevel → Maßnahmenplan (Basislogik)

Steuerungselement

Warum Anlagenart dafür entscheidend ist

Mindestoutput

Wartungsplan

Bauart, Betriebsweise und Aufbereitung bestimmen Wartungspunkte, Prüf- und Inspektionslogik sowie typische Störtreiber (z. B. Schaltzyklen, Filterzustände, Temperatur-/Drucktrends).

Typbezogene Wartungsroutine inkl. Zustands-/Messpunkten.

Ersatzteil-Logik

Verschleißteile und kritische Komponenten unterscheiden sich nach Bauart (Verdichter- und Steuerungskomponenten, Aufbereitung, Armaturen).

Reduzierte Ausfallzeiten durch definierte Teileliste/Verfügbarkeit.

Monitoring/Checklisten

Kennwerte unterscheiden sich (z. B. Druckband, Schaltzyklen, Leerlaufanteil, Alarm-/Wartungsanzeigen, zentrale Trenddaten).

Frühe Störungserkennung und standardisierte Reaktion.

Vertrags-/SLA-Definition

Kritikalität und Redundanzfähigkeit hängen von Architektur und Verdichtertyp ab; Reaktionszeiten müssen zur Versorgungssicherheit passen.

Passende Servicequalität (Reaktions-/Behebungszeiten, Bereitschaft, Eskalation).

Dokumentation

Asset-Struktur nach Typ ist Voraussetzung für Steuerung, Auditfähigkeit und Verbesserung (z. B. Steuerungsart, Netzparameter, Qualitätsanforderungen).

Klare Anlagenübersicht und Nachweisführung.

Ein praxisnahes FM-Gerüst für die Daten- und Maßnahmenplanung ist die in Energie-Leitfäden empfohlene Eckdatenerfassung: Alter, Anschlussleistung und Art der Steuerung, Druckniveau, Speichergröße, Netzlänge, Aufbereitung und Luftqualität sind als Basisdaten zu erfassen; zusätzlich sind Verbrauch, Schaltzyklen (Volllast/Leerlauf/Aus) und deren Dauer zu dokumentieren.

Auf Förder-/Programmlogik-Ebene wird die Bedeutung von Effizienzmaßnahmen ebenfalls sichtbar: In Deutschland werden u. a. hocheffiziente Drucklufterzeuger, deren übergeordnete Steuerung sowie Frequenzumrichter (Nachrüstung) und Wärmerückgewinnung über Programme der Bundesförderung adressiert.

Ergebnis der FM-Typisierung (Importance Deliverable)

  • einheitliche Anlagenklassifizierung im Asset-Register,

  • passende Wartungs- und Servicelevel je Anlagentyp,

  • nachvollziehbare Entscheidungen zu Qualität, Effizienz und Verfügbarkeit,

  • reduzierte Risiken durch klare Zuständigkeiten und Standardprozesse.

Diese Deliverables sind insbesondere deshalb „belastbar“, weil sie die in anerkannten Leitfäden geforderte Systembetrachtung (Erzeugung–Aufbereitung–Verteilung–Anwendung) mit der praktischen Datenerfassung (Steuerungsart, Druckniveau, Netzlänge, Qualität) und den sicherheitsrelevanten Grundanforderungen (druckloser Zustand vor Instandhaltung, Berücksichtigung vorhersehbarer Störungen) verbinden.