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Druckentlastung und Not-Abschaltung

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Druckentlastung und Not-Abschaltung im Druckluftsystem des Facility Management

Druckentlastung und Not-Abschaltung im Druckluftsystem des Facility Management

In industriellen Druckluftanlagen dienen Druckentlastungseinrichtungen und Not-Abschaltungen als letzte Sicherheitsbarrieren gegen gefährliche Betriebszustände. Sie schützen die Anlage und das Personal vor unzulässigem Überdruck oder kritischen Störungen, indem sie automatisch oder manuell eine schnelle und kontrollierte Stillsetzung auslösen. Sicherheitsventile beispielsweise „dienen dem Schutz vor unzulässigem Überdruck und stellen die letzte Sicherheit für einen Behälter oder ein Rohrleitungssystem dar“.

Im Facility Management liegt der Schwerpunkt nicht auf der Konstruktion einzelner Bauteile, sondern auf einem robusten Gesamtsystem. Dies umfasst die Abstimmung von mechanischen Überdruckventilen und steuertechnischen Entlüftungseinrichtungen, klar festgelegte Auslösebedingungen sowie eine konsequente Abblasführung im Ereignisfall. Wesentliche Bestandteile sind auch regelmäßige Funktionsprüfungen aller Schutzorgane und eine lückenlose Dokumentation aller sicherheitsrelevanten Parameter.

Druckentlastung & Not-Abschaltung im Druckluftsystem

Begriffsabgrenzung (FM-orientiert)

  • Druckentlastung: Alle Maßnahmen, mit denen der Druck in Teilen des Systems bei Überdruck oder vor planmäßigen Stillsetzungen sicher reduziert wird. Typisches Beispiel sind Sicherheitsventile, die bei Erreichen des Einstelldrucks auslösen.

  • Not-Abschaltung: Das sofortige und unaufgeschobene Stillsetzen der Anlage (oder definierter Teilbereiche) bei auftretender Gefahr oder kritischer Störung. Dies geschieht zumeist über einen Not-Aus-Bedientaster, der zusätzlich eine Entlastung oder Entlüftung einleiten kann.

  • Geordnete Abschaltung: Das planmäßige und kontrollierte Abstellen der Druckluftversorgung im Normalbetrieb. Sie kann – je nach System – Teilentlastungen enthalten, ist jedoch nicht für Notfälle gedacht.

Systempositionen und Schnittstellen (Übersicht)

Systembereich

Typische Funktion Druckentlastung

Typische Funktion Not-Abschaltung

FM-Relevanz

Kompressoreinheit / Station

Entlasten bei Überdruck im Kessel oder Öffnen integrierter Entlüftungs-ventile

Not-Aus der Motoren/Steuerung; Unterbrechung der Versorgung

Schutz von Personal und Anlage; Einhaltung von Schutzkonzepten

Druckluftbehälter / Speicher

Überdruckschutz durch Sicherheitsventile; kontrolliertes Entleeren von Luftreserven

Abschaltung der Zuluft zum Speicher; ggf. Trennung von weiterem Netz

Betreiberpflichten, regelmäßige Prüf- und Wartungsfähigkeit

Aufbereitung (Kühler/Trockner/Filter)

Druckabbau vor oder während Servicearbeiten; Vermeidung von Überschreitung technischer Grenzwerte

Bereichsweise Abschaltung/Zonierung möglich (z.B. Bypass-Option)

Wartungsfreundliche Anordnung; Vermeidung von Störrisiken

Rohrleitungs- und Verteilnetz

Entlüftung von Teilnetzen; Druckabbau bei Wartungsarbeiten

Zonenabschaltung, Haupt- oder Abschnittsabsperrung

Reduzierung von Stillstandsflächen; sichere Durchführung von Arbeiten

Nutzer-/Verbraucherbereiche

Lokale Entlastung (z. B. Druckabbau am Verbrauchspunkt)

Lokale Not-Aus- bzw. Absperrvorrichtungen (prozessabhängig)

Arbeitsschutz der Nutzer; Prozesssicherheit in Produktionsbereichen

Hinweise

Zu jedem Behälter oder Druckraum ist mindestens ein direkt angrenzendes Sicherheitsventil ohne dazwischenliegende Absperrarmatur vorzusehen. Kompressoren sollten redundant und mit integriertem Überlastschutz betrieben werden; im Kompressoraum gehört ein zentraler Not-Aus-Taster zur Abschaltung aller Maschinen. Druckluftbehälter unterliegen strengen Prüfpflichten nach BetrSichV, was ausreichende Prüf- und Entlastungszugänge sicherstellen muss.

Druckentlastungseinrichtungen (Grundtypen)

Die Druckentlastung erfolgt im Druckluftsystem primär über mechanische Überdruckventile (Sicherheitsventile) und elektrische bzw. pneumatische Ablassventile. Sicherheitsventile „öffnen automatisch, … und lassen so viel Medium ausfließen, dass die Überschreitung eines vordefinierten Druckes verhindert wird“. Sie wirken ohne Fremdenergie (federbelastet) und schließen wieder, sobald der Druck unter den Sollwert gefallen ist. Für große Volumina oder mehrstufige Anlagen können zusätzlich gesteuerte Ablassventile eingesetzt werden, die gezielt Teilnetze oder Speicher drucklos machen (z. B. in Wartungsfällen oder bei Druckspitzen). Die Auswahl und Dimensionierung dieser Ventile hängt von Einsatzort, Volumenströmen und geplanten Betriebszuständen ab.

Not-Abschaltkette (Grundtypen)

Eine Not-Abschaltung umfasst üblicherweise: mindestens eine leicht erreichbare Not-Aus-Bedienstelle (z. B. roter Pilztaster), eine definierte Abschaltlogik sowie geeignete Absperr- und Entlüftungselemente. Beim Betätigen des Not-Aus-Bedienstellers wird die Versorgung (elektrisch und/oder pneumatisch) sofort unterbrochen und die Anlage in einen sicheren Zustand überführt. In verketteten Systemen setzt der Not-Aus nicht nur den primären Kompressor still, sondern auch alle nach- und vorgeschalteten Aggregate, falls deren Weiterbetrieb gefährlich wäre. Zur schnellen Druckabbau-Führung können parallel Ablassventile geöffnet oder Ventilwege automatisch entlüftet werden. Die Abschaltlogik muss so beschaffen sein, dass sie die Anlage zuverlässig stromlos schaltet und keine neuen Gefährdungen erzeugt.

Komponentenübersicht (FM-taugliche Zuordnung)

Komponente / Funktionsgruppe

Hauptzweck

Typischer Einbauort

FM-Prüfschwerpunkt (Basis)

Sicherheitsventil / Überdruckschutz

Begrenzung unzulässigen Überdrucks

Druckluftbehälter, Kompressorstufe, kritische Netzpunkte

Einstellwert/Kennzeichnung, Abblasweg, Funktionsprüfung

Entlastungs-/Abblasventil (gesteuert)

Druckabbau/Entlüftung definierter Volumina

Zwischenbehälter, Übergabestationen, Teilnetze

Auslösebedingungen (elektrisch/pneumatisch), Dichtheit, Abblasrichtung

Absperrarmaturen (Haupt-/Zonenabsperrung)

Trennen von Bereichen, Störfallisolation

Hauptleitungen, Hallenabgänge, Zonenleitungen

Erreichbarkeit, Kennzeichnung, Funktionstest (Dichtigkeit)

Not-Aus-Bedienstellen

Sofortige Auslösung einer Abschaltung

Kompressorraum, Schleusen, zugängliche Arbeitsbereiche

Sichtbarkeit/Erkennbarkeit, Beschilderung (rot/gelb), Funktionstest

Abschaltrelais/Steuerungskette

Abschalten von Antrieben/Steuerung

Schaltschrank/Steuerungshaupttisch

Plausibilität der Steuerlogik, korrekte Rückmeldungen und Alarme

Mess-/Überwachung (Druckschalter/Sensorik)

Erkennen kritischer Zustände als Auslöser

Kompressorstation, Behälter, Netzleitungen

Grenzwertgenauigkeit, Alarmierung, Nachweis der Prüfungen

Schalldämpfer/Abblasleitung

Geräuscharme und sichere Luftabführung

Endpunkte der Abblasleitungen, Außenbereiche

Lärmbelastung, sichere Ausströmrichtung, Rückhalt von Kondensat

Wichtig

Sicherheitsventile müssen entsprechend der Druckgeräterichtlinie ausgelegt und regelmäßig überprüft werden. Not-Aus-Bedienstellen sind durch rote Bedienelemente auf gelbem Grund gekennzeichnet und jederzeit leicht erreichbar auszuführen. Absperrarmaturen sind mit Kennzeichnungen (z. B. Kugelhahn, Schieber) zu versehen und auf Funktion (Dichtheit, Beweglichkeit) zu prüfen. Rückschlagventile sind dort anzuordnen, wo Rückströme Schäden oder ein unvollständiges Entlüften verursachen könnten.

Auslösearten (Grundsystematik)

Auslösertyp

Beispielhafte Auslösung

Typische Systemreaktion

FM-Fokus

Automatisch (Schutzfunktion)

Überschreitung von Ober- oder Unterdruck, Übertemperatur, Systemfehler

Selbsttätiges Abschalten und/oder Entlasten nach festgelegter Logik

Eindeutige Grenzwerte, gezielte Alarmkette, Vermeidung von Fehlabschaltungen

Manuell (Not-Aus)

Betätigung eines Not-Aus-Knopfs

Sofortige Anlagenabschaltung, ggf. zusätzliche Entlüftung

Zugänglichkeit der Not-Aus-Bedienstellen, Unterweisung der Nutzer, regelmäßiger Funktionstest

Extern/integriert

Brandmelde- oder Sicherheitsanlage (Gebäude-Brandfall)

Teil- oder Gesamtabschaltung, Zonen-Isolierung

Abstimmung mit Brandschutzkonzept und Verantwortlichkeiten, klare Schnittstellen

Hinweis

Technische Regelwerke wie die TRBS 2141 fordern, dass bei kritischen Zuständen Schutzmaßnahmen zur Notabschaltung und Übergang in einen sicheren Anlagenzustand vorhanden sein müssen (z. B. Not-Aus-Systeme). Auch eine Integration in übergeordnete Sicherheitssysteme (z. B. Brandschutz) wird empfohlen.

Abgrenzung der Betriebsmodi (FM-Entscheidungshilfe)

Modus

Ziel

Typische Maßnahmen

Typische Anwendung

Normalabschaltung

Geordneter Stopp ohne Eilbedürfnis

Sachgerechtes Stoppen; ggf. kontrollierter Druckabbau kleiner Volumina

Regulärer Schichtwechsel, Wartungseinleitung

Not-Abschaltung

Schnelle Stillsetzung zur Gefahrenabwehr

Betätigen des Not-Aus; Absperren von Hauptleitungen; definierte Entlüftungschritte

Akute Gefahrensituation, kritische Störung

Druckentlastung für Arbeiten

Energiearmes / druckloses System herstellen

Anlage absperren; Druck vollständig ablassen; Gefahrstoffe sichern

Wartungs-, Reparatur- oder Umbauarbeiten

Bei einer Not-Abschaltung ist in der Regel kein geordneter Wiederanlauf möglich; es muss im Anschluss manuell in einem eigenen Prozess kontrolliert neu gestartet werden. Die TRBS 2141 nennt beispielsweise neben dem Not-Aus-System auch Teilabschaltungen zur sicheren Anlage-Abführung (z. B. Kühlerbetrieb weiterführen) als Maßnahmen zur Erreichung eines sicheren Zustands.

Grundrisiken und Basisschutzmaßnahmen (ohne Detailnormen)

Risikoaspekt

Typische Ursache

Basisschutz im FM-Konzept

Unkontrollierte Druckfreisetzung

Falscher Abblasweg, defekte Absperrung

Definierte Abblasführung (z. B. Freiflächen oder gesicherte Ablassleitungen), ausreichende Schutzabstände und Kennzeichnung

Lärmbelastung bei Abblasung

Plötzliche Entspannung großer Luftmengen

Einsatz von Schalldämpfern, gezielter Abblasort (außen, fern von Arbeitsplätzen), Betriebsstrategien vermeiden häufiges Abblasen

Ungewollte Abschaltungen

Fehlparametrierung, defekte Sensorik

Klare Verwaltung der Grenz- und Sollwerte, Plausibilitätsprüfungen in der Steuerung, definierter Testplan für Abschaltsysteme

Unvollständiges Drucklosmachen

Undichte Armaturen, Rückströmung

Absperr- und Leckagestrategie (z. B. Zweifachabsperrung), Rückschlagventile, formalisierter Entlüftungs- und Sicherungsprozess

Unsichere Wiederinbetriebnahme

Fehlende Zustandsprüfung nach Not-Stopp

Vorgeschriebene Sicht-/Funktionsprüfungen (z. B. Ventilpositionen), definierter Wiederanlaufprozess mit Verantwortlichkeiten

Im FM-Konzept werden diese Gefährdungen durch organisatorische und technische Basisschutzmaßnahmen gemildert. Beispielsweise wird festgelegt, dass Ablassleitungen stets nach außen führen und nur in dafür vorgesehenen Bereichen geöffnet werden dürfen, um unkontrollierten Druckabfall oder Verletzungsgefahren zu vermeiden. Unbedingt zu vermeiden ist das automatische Wiederhochfahren nach einem Not-Stopp – der Neustart sollte ausschließlich über bediente Rücksetz- und Startbefehle erfolgen.

Planung und Konzeption (FM-Basisschritte)

Planungsthema

Mindestinhalt

Ergebnis im FM

Szenarien & Schutzziele

Welche Betriebszustände oder Störungen erfordern Not-Aus/Entlastung?

Definierte Auslöselogik und Soll-Zustände im Sicherheitsfall

Zonierung & Absperrkonzept

Unterteilung in Wartungs- und Gefahrenzonen; Haupt- und Sektionabsperrungen

Wartungsfreundliche Abschaltung einzelner Bereiche möglich; Minimierung großer Ausfallzonen

Abblasführung & Umfeld

Abblasstandorte (Innen vs. Außen), Lärmschutz, freier Ausblasweg

Sichere Abluftführung, reduzierte Immission in Arbeitsbereichen

Schnittstellen zu Gebäude- und Sicherheitsorganisation

Abstimmung mit Brandschutz, Arbeits- und Explosionsschutz, GLT-Anbindung

Klare Melde- und Eskalationswege; Notabschaltung bei Gebäudealarm; Berücksichtigung rechtlicher Vorgaben

Wartungszugang & Prüfbarkeit

Zugänglichkeit von Ventilen, Not-Aus-Tastern, Schaltschränken für Prüfungen

Sichere und effiziente Prüfungen mit geringen Stillstandszeiten; vorgeschriebene Zugänge (z. B. Handloch am Behälter)

Bemerkung

Eine systematische Gefährdungsbeurteilung am Anlagenstandort legt grundlegende Schutzziele fest (z. B. Notabschaltung im Brandfall). Bereits in der Planungsphase sollten Absperrarmaturen so vorgesehen werden, dass sie im Ernstfall Teilnetze drucklos schalten können. In die Gebäudeleittechnik oder Leitwarte sind Meldungen (Status, Störungen, Wartungshinweise) einzuplanen, damit der FM-Manager den Zustand der Druckluftanlage überwachen kann. Alle festgelegten Sollwerte und Parameter sind schriftlich zu dokumentieren und vor unbefugtem Zugriff zu schützen.

Betrieb und Störfallmanagement (Basis)

Prozessbaustein

Mindestinhalt

FM-Nutzen

Betriebsparameter-Management

Definition von Betriebs- und Grenzwerten; klare Zuständigkeiten für Änderungen

Stabiler, berechenbarer Betrieb; Reduzierung von Fehlalarmen und unnötigen Abschaltungen

Alarm- und Reaktionslogik

Festlegung von Alarmhierarchien, Reaktionsketten und Verantwortlichkeiten

Verkürzte Reaktionszeiten; strukturierte Fehlerbehebung und weniger Ausfallzeiten

Freigabe-/Sicherungsprozess für Arbeiten

Verfahren zum Absperren, drucklosen Machen, Sichern (z.B. Tagout/Lockout) und Prüfen vor Eingriffen

Sichere Instandhaltung; Schutz des Wartungspersonals; Vermeidung von Restdruckunfällen

Wiederanlauf nach Not-Abschaltung

Schrittweises Vorgehen: Sicht- und Funktionsprüfung, erneutes Startsignal

Vermeidung von Folgeschäden und Folgeabschaltungen; sicheres Wiederinbetriebnehmen der Anlage

Details

Die Wiederinbetriebnahme nach einem Not-Abschaltvorgang muss dokumentiert und verantwortet sein. Ein einmal ausgelöstes Not-Aus darf nur durch manuelles Zurücksetzen aller Not-Aus-Bedienstellen und einen neuen Startbefehl aufgehoben werden. Das verhindert unbeabsichtigtes Hochfahren. Das FM-Management pflegt Arbeitsanweisungen und Checklisten, damit alle Beteiligten in Notfällen oder bei Wartungsarbeiten einheitlich und sicher vorgehen.

Instandhaltung und Funktionsprüfungen (FM-Grundlogik)

Prüf-/Wartungsobjekt

Typische Tätigkeit

Ziel

Sicherheitsventile / Überdruckschutz

Sichtprüfung auf Beschädigungen, Funktionsprüfung (Ansprechen im Test), ggf. Austausch

Verlässlicher, normgerechter Überdruckschutz

Not-Aus-Kette

Funktionstest aller Not-Aus-Bedienstellen; Überprüfung der Rückmeldekontakte (Stromkreise)

Sofortige und zuverlässige Abschaltung im Gefahrenfall

Absperrarmaturen / Zonenlogik

Überprüfung auf Beweglichkeit, Dichtheit und korrekte Kennzeichnung (Tag-Nummer)

Sicheres Isolieren von Anlagenbereichen

Abblasleitungen/Schalldämpfer

Kontrolle der Leitungsführung, Befestigungen und Unverstellbarkeit

Rückstaufreie Luftabfuhr, Reduzierung von Lärm und Umweltbelastung

Sensorik/Grenzwerte (druckseitig)

Kalibrierung, Grenzwertprüfung und Plausibilitätskontrollen

Vermeidung von Fehlauslösungen; frühzeitige Störungsdetektion

Hinweis

Gemäß IGV-Positionspapier erfordern Sicherheitsventile bei Montage und Wartung besondere Aufmerksamkeit, um die Funktionsbereitschaft zu gewährleisten. Instandhaltung und Prüfungen werden in Turnussen durchgeführt, die sich nach Herstellerangaben und gesetzlichen Vorgaben richten (oft jährliche Überprüfung durch befähigte Fachkräfte). Jede Prüfdokumentation wird archiviert, um die Betreiberpflichten nach BetrSichV zu erfüllen.

Mindestdokumente in der Anlagenakte

Dokumenttyp

Mindestinhalt

FM-Zweck

Systemübersicht/Schema

Schema der Station(en), Behälter, Haupt- und Nebenleitungen, Zonen, Abblaswege

Orientierungsbasis; rasche Störungsanalyse

Komponentenliste

Liste aller Sicherheitsventile, Not-Aus-Bedienstellen, Absperrarmaturen, Sensoren

Vollständigkeit der Schutzkomponenten (Assets)

Grenzwert-/Setpoint-Liste

Vorgesehene Auslösewerte und Grenzbereiche (Druck, Temperatur)

Nachvollziehbarer Betrieb; Vermeidung von Überschreiten

Prüf- und Wartungsnachweise

Termine, Prüfprotokolle, Messergebnisse, Abweichungsbefunde, ergriffene Maßnahmen

Nachweis der regelmäßigen Wartung; Auditfähigkeit

Ereignis- und Maßnahmen-Log

Dokumentation aller Not-Abschaltungen, Überdruckereignisse und Korrekturmaßnahmen

Lessons Learned; Risikominimierung durch Trendbeobachtung

Unterweisungsnachweise

Nachweise über Schulungen zu Not-Aus-Verhalten, Drucklosmachen, Freigabeprozessen

Sicheres betriebsinternes Vorgehen; gesetzlicher Nachweis der Unterweisung

Ergänzung

Gemäß BetrSichV sind alle sicherheitsrelevanten Änderungen und Prüfungen zu dokumentieren. Die technischen Unterlagen sollten z. B. Hersteller- und Zulassungsdaten enthalten, damit der Zustand der Anlage transparent bleibt. Auch sollte jeder Behälter ein Typenschild mit zulässigen Betriebsdaten und dem nächsten Prüftermin tragen.

Änderungs- und Freigabeprozess (Basis)

Jede Änderung der Auslösewerte, Abblaswege, Zoneneinteilung oder Not-Aus-Logik wird als kontrollierte Änderung behandelt. Dies umfasst eine formale Freigabe, Aktualisierung der Dokumentation und Funktionsprüfungen nach den Änderungen. So wird sichergestellt, dass Schutzfunktionen dauerhaft wirksam bleiben und Änderungen nachvollziehbar sind. Beispielsweise werden neue Einstellwerte von Sicherheitsventilen vor Umsetzung überprüft und anschließend schriftlich bestätigt. Nur diese abgestimmten Änderungen werden in die Anlagenakte übernommen.