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Fail-Safe-Auslegung durch sicherheitsrelevante Komponenten

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Fail-Safe-Auslegung durch sicherheitsrelevante Komponenten im Druckluftsystem des FM

Fail-Safe-Auslegung durch sicherheitsrelevante Komponenten im Druckluftsystem des FM

Eine Fail-Safe-Auslegung stellt sicher, dass ein Druckluftsystem bei Störungen, Fehlbedienung oder Komponentenversagen in einen vordefinierten sicheren Zustand übergeht. Unter einem sicheren Zustand versteht man typischerweise etwa Druckbegrenzung durch Sicherheitsventile, eine kontrollierte Stillsetzung (alle Verbraucher drucklos) oder die selektive Absperrung betroffener Zonen.

Im Facility Management steht dabei weniger die Detailkonstruktion einzelner Bauteile im Fokus, sondern ein ganzheitliches, robustes Konzept aus sicherheitsgerichteten Komponenten und klar definierten Abläufen. Wesentliche Elemente sind etwa Sicherheitsventile, Druckschalter, Not-Aus-Schaltungen und druckfeste Absperrorgane, die im Fehlerfall automatisch wirken. Die Funktionstüchtigkeit dieser Schutzmaßnahmen muss dokumentiert und regelmäßig geprüft werden: Ein Richtliniendokument des FM-Managements betont, dass Schutz- und Sicherheitseinrichtungen Überdruck und Fehlbedienungen verhindern und ihre Wirksamkeit nachgewiesen sein muss, bevor die Anlage weiter betrieben wird. Vor Inbetriebnahme wird zudem kontrolliert, ob alle Überdrucksicherungen und Sicherheitsventile korrekt dimensioniert und installiert sind.

Fail-Safe-Auslegung im Druckluftsystem durch Sicherheitskomponenten

Rolle der Fail-Safe-Auslegung im Druckluftsystem

Die Sicherheitsbetrachtung erstreckt sich über die gesamte Kette Erzeugung → Aufbereitung → Speicherung → Verteilung → Verbrauch. Dabei soll im Fehlerfall kein unkontrollierter Zustand entstehen – beispielsweise darf kein gefährlicher Überdruck auftreten, kein unerwünschter Wiederanlauf erfolgen und es darf zu keiner explosionsartigen Druckentlastung kommen. Technische Regeln wie die TRBS 2141 („Gefährdungen durch Dampf und Druck“) verlangen entsprechende Schutzmaßnahmen gegen solche Gefahren. So muss sichergestellt werden, dass Behälter nicht bersten und Ventile keinen unkontrollierten Druckabgang zulassen.

Typische Systemgrenzen und Schnittstellen (FM-Sicht)

Im Facility Management werden üblicherweise folgende Systembereiche unterschieden (siehe auch Tabelle 2.2): Kompressorstation, Luftaufbereitung, Druckluftbehälter, Verteilnetz (inkl. Zonen) sowie Entnahmepunkte/Verbraucher. Für jeden Bereich gelten grundsätzliche Fail-Safe-Ziele. Die Schnittstellen umfassen u. a. Steuer- und Elektrosysteme, Ventilanschlüsse und Messstellen. Im Folgenden sind die üblichen Systemgrenzen und Verantwortlichkeiten im Überblick dargestellt.

Systembereich

Fail-Safe-Ziel (grundsätzlich)

Typische Schnittstelle

FM-Relevanz

Kompressorstation

sichere Stillsetzung / Begrenzung von Fehlzuständen

Steuerung, Elektroversorgung, Not-Aus

Personen- und Anlagenschutz, Verfügbarkeit

Aufbereitung

Schutz vor Schäden/Fehlbetrieb durch Grenzwerte

Filter/Trockner, Kondensatführung

Luftqualität, Korrosions- und Störungsprävention

Druckluftbehälter

Überdruckschutz und sichere Isolierbarkeit

Sicherheitsventil, Absperrarmatur, Manometer

Betreiberpflichten, Prüf- und Wartungsfähigkeit

Verteilnetz / Zonen

selektive Isolation, Druckstabilität

Zonenabsperrarmaturen, Rückschlagventile, Messpunkte

Wartungsfreundlichkeit, Störungsbegrenzung

Entnahmestellen / Verbraucher

sichere Abschaltung/Absperrung bei Arbeiten

Punkt-of-Use-Absperrungen, lokale Schieber

Arbeitssicherheit, Prozessschutz

Definition „sicherer Zustand“ im FM-Kontext

Der sichere Zustand wird im FM als Betreibsziel definiert. Typische Maßnahmen sind etwa „Kompressor aus“, „Drucksystem begrenzt“, „Zone drucklos und abgesperrt“ und „Wiederanlauf nur nach Freigabe“. Diese Zielvorgabe dient als Grundlage für die Auswahl der Komponenten, die Planung von Zonierung und Abschaltungen sowie für das Prüfkonzept.

Sicherheitsfunktionen werden in folgende Hauptgruppen eingeteilt, die gemeinsam das Fail-Safe-Verhalten abbilden:

  • Druckbegrenzung: Durch Sicherheitsventile (z. B. DIN EN ISO 4126-konform) und druckbegrenzende Vorrichtungen wird unzulässiger Überdruck abgeführt.

  • Not-Abschaltung: Elektrische oder steuerungstechnische Not-Aus-Einrichtungen bzw. Nothalt-Schaltungen ermöglichen die sofortige Stillsetzung der Drucklufterzeugung bei Gefahrenfall.

  • Isolation/Zonierung: Haupt- und Zonenabsperrarmaturen trennen selektiv Teile des Netzes, sodass im Fehlerfall nur betroffene Bereiche abgeschaltet werden können.

  • Überwachung/Alarmierung: Druck- und Temperatursensoren, Grenzwertschalter und Leitsystem-Alarmierung erkennen Abweichungen (Über- oder Unterdruck) und lösen Ausfälle oder Signale aus. Ihre Funktionstüchtigkeit sollte regelmäßig überprüft werden.

  • Anzeige/Diagnose: Manometer und Kontrollanzeigen machen Betriebs- und Störgrößen sichtbar. So behalten Betreuer jederzeit Transparenz über Druck und potenzielle Fehlerquellen.

  • Rückfluss-/Fehlbedienungsschutz: Rückschlagventile und genormte Kupplungsanschlüsse verhindern Rückströmung und Fehlversorgung (z. B. wenn ein Zweig abgeschaltet wird).

  • Kontrollierte Entlastung: Entlastungs- bzw. Entlüftungsventile an definierten Abblasepunkten ermöglichen einen geordneten Druckabbau – etwa vor Wartungsarbeiten – ohne unkontrollierte Luftströmung.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische Komponenten der Funktionsgruppen, ihre allgemeine Fail-Safe-Wirkung, übliche Einbauorte und Prüfungsschwerpunkte aus FM-Sicht:

Funktionsgruppe

Typische Komponenten

Fail-Safe-Wirkung (grundsätzlich)

Übliche Einbauorte

FM-Prüfschwerpunkt

Druckbegrenzung

Sicherheitsventile (ggf. zusätzliche Schutzorgane)

Begrenzung von unzulässigem Überdruck

Behälter, Station, definierte Netzpunkte

Einstell-/Kennwerte, Abblasführung, Funktionsnachweis

Not-Abschaltung

Not-Aus-Bedienstellen, Abschaltkette (elektrisch/steuerungstechnisch)

schnelle Stillsetzung der Erzeugung

Technikraum/Station/Zugänge

Erreichbarkeit, Test, Alarm-/Rückmeldung

Isolation/Zonierung

Haupt- und Zonenabsperrarmaturen

selektives Trennen von Bereichen

Übergabepunkt, Zonen, kritische Verbraucher

Dichtheit, Kennzeichnung, Bedienbarkeit

Überwachung

Druckschalter/Sensorik, Temperaturüberwachung

Erkennen von Grenzwertverletzungen, Auslösung

Station, Behälter, Zonen

Grenzwerte, Plausibilität, Prüfplan

Anzeige/Diagnose

Manometer, Messstellen

Transparenz für Betrieb und Störung

Behälter, Aufbereitung, Zonen

Ablesbarkeit, Messbereich, Vergleichbarkeit

Rückfluss-/Fehlbedienungsschutz

Rückschlagventile, Anschluss-/Kupplungsstandards

Vermeidung von Rückströmung/Fehlversorgung

Übergänge, Zonen, Verbraucher

Einbaurichtung, Funktion, Wartungszugang

Kontrollierte Entlastung

Entlastungs-/Entlüftungsventile, definierte Abblaspunkte

Druckabbau zur sicheren Stillsetzung/Wartung

Station, Teilnetze, Behälteranschlüsse

sichere Abführung, Lärm, Freihaltung

Fail-Safe-Logik im Mehrkomponentenverbund (Grundsatz)

Wichtig ist, dass die Schutzfunktionen nicht isoliert betrachtet werden: Ein Druckbegrenzungsventil verhindert zwar Überdruck, ersetzt aber weder einen Not-Aus noch die Möglichkeit, für Wartungsteams das Netz drucklos zu machen. Umgekehrt kann eine elektrische Abschaltung nicht den Druck abbauen oder Leitungen sicher entlüften. Generell gilt: Nur in Kombination schützen die Maßnahmen zuverlässig. Daher muss stets die Wirksamkeit jeder Schutzmaßnahme nachgewiesen sein; sonst darf die Anlage nicht in Betrieb gehen.

Risiko- und Kritikalitätsorientierung (Basis)

Druckluft ist häufig ein kritisches Versorgungsmedium, dessen Ausfall oder Fehlbetrieb erhebliche Folgen hat. Schon kleine Störungen können Produktionsunterbrechungen, Qualitätsmängel oder Sicherheitsrisiken verursachen. Die Auslegung richtet sich daher konsequent nach Risiko und Kritikalität: Stark sicherheitsrelevante Bereiche (z. B. Reinraumtechnik, sicherheitsgerichtete Schaltungen) erfordern höhere Schutzgrade, Redundanz und strikte Teilabschaltungen. Ein zentraler FM-Pflichtpunkt ist die Gefährdungsbeurteilung nach BetrSichV: Vor Inbetriebnahme einer Druckluftanlage muss der Betreiber alle Gefährdungen analysieren und die erforderlichen Schutzmaßnahmen sowie Prüffristen festlegen. Aus dieser Risikoanalyse leiten sich die konkrete Zonierung, erforderliche Redundanzen (z. B. Backup-Kompressoren) und Überwachungskonzepte ab.

Auswahl- und Auslegungskriterien im FM (Prüfmatrix)

Zur systematischen Auswahl von Sicherheitsmaßnahmen dient oft eine Prüfmatrix. Wichtige Kriterien sind in Tabelle 4.2 zusammengefasst: Sie helfen zu beurteilen, welche Komponenten und Strategien in Abhängigkeit von Druckluftkritikalität, Zonenbildung, Druckbegrenzung, Abblasführung, Wiederanlaufverhalten, Wartungszugang und Standardisierung nötig sind, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.

Kriterium

Bedeutung

Leitfrage für FM

Kritikalität der Druckluft

beeinflusst Abschalt- und Zonenkonzept

Welche Bereiche dürfen bei Störung nicht vollständig ausfallen?

Zonierung/Selektivität

begrenzt Stillstandsflächen

Kann im Fehlerfall nur der betroffene Bereich isoliert werden?

Sichere Druckbegrenzung

verhindert Überdruckschäden

Sind Schutzorgane an den richtigen Volumina/Positionen vorhanden?

Sicherer Abblas-/Entlastungsweg

verhindert Gefährdung durch Ausströmung/Lärm

Ist Abblasen räumlich sicher geführt und gekennzeichnet?

Wiederanlaufverhalten

verhindert ungewollten Restart

Ist ein definierter Wiederanlauf nur nach Freigabe vorgesehen?

Wartungszugang und Prüfbarkeit

ermöglicht Betreiberpflichten

Sind alle Sicherheitskomponenten zugänglich und prüfbar?

Standardisierung

reduziert Fehlbedienung und Ersatzteilrisiken

Sind Typen, Kennzeichnungen und Bedienkonzepte einheitlich?

Schnittstellen- und Organisationsanforderungen (FM-Grundlogik)

Neben der Technik sind klar geregelte Schnittstellen zwischen Fachabteilungen erforderlich. In der Elektro- und Steuerungstechnik muss es eine eindeutige Abschaltkette und klare Zuständigkeiten geben (z. B. wer darf Kompressoren abschalten). Ein Leit- und Überwachungssystem (GLT) sollte Alarmmeldungen und Statusinformationen lückenlos dokumentieren. Für den Arbeitsschutz und die Betreiberprozesse sind standardisierte Lockout-Tagout-Verfahren (Isolieren–Entlasten–Sichern) notwendig, damit Wartungsarbeiten gefahrlos durchgeführt werden können. Auch im Brandschutz müssen die Reaktionen der Drucklufttechnik auf Alarme mit der Gebäudetechnik abgestimmt sein. In Tabelle 4.3 sind wesentliche Schnittstellenanforderungen aufgeführt.

Schnittstelle

Mindestanforderung

FM-Ergebnis

Elektro/Schaltanlagen

eindeutige Abschaltkette, klare Zuständigkeit

sichere Stillsetzung, definierte Freigaben

GLT/Monitoring (sofern vorhanden)

Alarmierung, Status, Grenzwerte dokumentiert

schnelle Reaktion, nachvollziehbare Eskalation

Arbeitssicherheit/Betreiberprozesse

Verfahren für Isolieren–Entlasten–Sichern

sichere Arbeiten, weniger Zwischenfälle

Brandschutz/Objektbetrieb

abgestimmte Ereignislogik für Technikbereiche

konsistente Notfallreaktion

Betriebsführung und Überwachung (Basis)

Im laufenden Betrieb werden kritische Kenngrößen permanent überwacht. Typische Indikatoren sind z. B. Druckwerte (Soll-Ist-Vergleich, Druckband-Alarme) und die Bereitschaft von Not-Aus- und Abschaltketten. Auch die Bedienbarkeit der Zonenventile muss kontinuierlich geprüft werden. Kleinste Abweichungen – etwa ein unerwarteter Druckabfall oder ungewöhnliche Laufzeiten – können auf Leckagen oder defekte Komponenten hinweisen. Es wird empfohlen, daher permanent auf Meldungen wie Filterverstopfung oder Leckagen zu achten und umgehend zu reagieren.

Tabelle 5.1 zeigt typische Überwachungsbereiche mit entsprechenden Indikatoren und FM-Nutzen:

Überwachungsbereich

Typischer Indikator

FM-Nutzen

Druckgrenzen

Druckwerte, Druckband, Grenzwertalarme

Früherkennung von Fehlzuständen

Abschaltbereitschaft

Status Not-Aus/Abschaltkette (funktional)

sichere Störfallreaktion

Zonierbarkeit

Bedienbarkeit der Zonenabsperrungen

Wartung ohne Vollstillstand

Abblas-/Entlastungspunkte

Zustand/Freihaltung/Schalldämpfung

sichere Entlastung, weniger Immissionsprobleme

Leckage-/Rückflussindikatoren

unerklärliche Laufzeiten, Druckabfälle

Prävention von Versorgungsausfällen und Kosten

Instandhaltungslogik (grundsätzlich)

Im FM wird ein kombiniertes Wartungskonzept verfolgt. Zunächst werden planmäßige Prüfungen nach festgelegten Intervallen und Herstellervorgaben durchgeführt (z. B. Druckbehälterprüfungen durch zugelassene Stelle, Filterwechsel alle x Monate). Zusätzlich erfolgt eine zustandsorientierte Instandhaltung: Bei Alarmen, Auffälligkeiten oder Auffälligkeiten in den Messwerten wird sofort reagiert (Ursachenanalyse, zeitnahe Reparatur). Sicherheitsrelevante Komponenten genießen dabei Vorrang vor Komfortarbeiten. Dem entspricht auch die DGUV-Information, nach der die Funktion aller Schutzeinrichtungen regelmäßig zu prüfen ist und erkannte Mängel umgehend zu beheben sind.

Typische Instandhaltungsmaßnahmen sind:

  • Planmäßige Prüfungen: Aufzeichnung und Dokumentation wiederkehrender Inspektionen (Drucktests, Sichtkontrollen, Funktionstests).

  • Zustandsorientierte Maßnahmen: Sofortige Reaktion auf Alarme (z. B. ungewöhnliche Druckschwankungen); umgehende Ursachenanalyse bei Störungen, gefolgt von Korrekturmaßnahmen.

Typische Fehlerbilder und FM-Auswirkungen (Basis)

In der Praxis treten immer wieder charakteristische Störfälle auf. Tabelle 5.3 fasst einige typische Fehlerbilder zusammen, ihren Ursprung und die FM-Reaktionsmöglichkeiten. Beispiele: Ein Überdruckereignis (z. B. durch Sensor- oder Ventilversagen) birgt hohes Risiko und belastet die Schutzorgane – hier muss sofort die Schutzkette überprüft und die Ursache beseitigt werden. Eine ungewollte Abschaltung (durch falsche Grenzwerte oder instabile Steuerung) führt zu Verfügbarkeitsverlust; FM prüft dann Setpoints und Alarmlogik. Ebenso können fehlerhafte Entlastungsventile oder eine ungünstige Abblasführung zu übermäßigem Lärm oder plötzlicher Druckentlastung führen; Abblaswege und Schalldämpfer sind dann auf Funktion zu überprüfen.

Die unten stehende Tabelle listet typische Fehlerbilder und empfohlene FM-Maßnahmen:

Fehlerbild

Mögliche Ursache (grundsätzlich)

FM-Auswirkung

Typische FM-Maßnahme

Überdruckereignis

Regel-/Sensorfehler, Blockade

hohes Risiko, Schutzorgane belastet

sofortige Prüfung der Schutzkette, Ursachenanalyse

ungewollte Abschaltung

Grenzwerte falsch, Sensorik/Steuerung instabil

Verfügbarkeitsverlust

Setpoints prüfen, Alarm-Logik und Komponenten testen

unkontrollierte Entlastung/Lärm

defekte Entlastungsventile, ungünstige Abblasführung

Arbeitsschutz-/Nutzerbeschwerden

Abblasführung/Schalldämpfung prüfen, Wartung

Zone nicht isolierbar

Absperrarmatur defekt oder undicht

unsichere Wartung, großflächiger Stillstand

Armatur instandsetzen, Zonenkonzept nachschärfen

Rückströmung/Fehlversorgung

fehlerhafter Rückschlag, Anschlussschäden

Prozessstörungen, Sicherheitsrisiko

Rückschlagventil prüfen, Standardisierung/Schulung

Mindestdokumentation in der Anlagenakte

Die erforderliche Dokumentation leitet sich aus gesetzlichen Vorgaben ab: Grundsätzlich sind die BetrSichV, das ÜAnlG sowie zugehörige TRBS und VDI-Richtlinien heranzuziehen. Mindestens müssen folgende Unterlagen vorhanden sein: Ein Anlagenschema/Systemübersicht (Kompressoren, Speicher, Zonen, Absperrungen, Entlüftungspunkte) zur Übersicht und Störungsanalyse, ein Komponentenregister mit allen sicherheitsrelevanten Teilen (Typen, Standorte, Kennwerte) für Ersatzteilverwaltung, eine Grenzwert- und Setpoint-Liste (Druckgrenzen, Alarmwerte, Abschaltbedingungen) zur Vermeidung von Fehlparametrierung, sowie ein Prüf- und Wartungsplan mit Intervallen und Verantwortlichkeiten. Prüf- und Serviceprotokolle halten Ergebnisse, Befunde und Maßnahmen fest und sichern die Auditfähigkeit. Weiterhin sollten ein Störlogbuch (Auslösungen, Ursachen, Abhilfemaßnahmen) und Betriebs-/Notfallanweisungen (Verhaltensregeln für Not-Aus, Druckentlastung, Wiederanlauf) Teil der Dokumentation sein.

Tabelle 6.1 fasst Mindestinhalt und FM-Zweck der zentralen Dokumenttypen zusammen:

Dokumenttyp

Mindestinhalt

FM-Zweck

Systemübersicht/Schema

Station, Speicher, Zonen, Absperr-/Entlastungspunkte

Orientierung, Störungsanalyse

Komponentenregister

sicherheitsrelevante Bauteile, Standorte, Kennwerte

Asset- und Ersatzteilmanagement

Grenzwert-/Setpoint-Liste

Druckgrenzen, Alarme, Abschaltbedingungen

reproduzierbarer Betrieb, Fehlparametrierung vermeiden

Prüf- und Wartungsplan

Intervalle, Tätigkeiten, Zuständigkeiten

Betreiberorganisation, Planbarkeit

Prüf-/Serviceprotokolle

Testergebnisse, Befunde, Maßnahmen

Auditfähigkeit, Rechtssicherheit

Ereignis-/Störungslog

Auslösungen, Ursachen, Korrekturen

Lessons Learned, Risikosenkung

Betriebs-/Notfallanweisungen

Not-Aus, Druckentlastung, Wiederanlaufkriterien

einheitliche sichere Abläufe

Änderungs- und Freigabeprozess (Basis)

Änderungen an sicherheitsrelevanten Einstellungen oder Konzepten (z. B. Grenzwerte, Zonierung, Abblasführung, Abschaltlogik) müssen im FM als kontrollierte Änderungen behandelt werden. Dies bedeutet: Jede Änderung braucht eine formale Freigabe durch die verantwortliche Stelle, anschließend sind alle betroffenen Dokumente zu aktualisieren. Erst nach diesen Maßnahmen darf die Anlage wieder in Betrieb gehen. Durch solche Change-Control-Prozesse wird gewährleistet, dass die Fail-Safe-Wirkung dauerhaft erhalten bleibt und alle Anpassungen nachvollziehbar dokumentiert sind.