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Prüfanforderungen für Druckluftanlagen

Facility Management: Druckluftanlagen » Betrieb » Prüfungen

Verständnis von Prüfanforderungen für Druckluftanlagen

Verständnis von Prüfanforderungen für Druckluftanlagen

Prüfanforderungen für Druckluftanlagen sind unerlässlich, um die Betriebssicherheit und Gesetzeskonformität zu gewährleisten. Je nach Anlagengröße und -art sind wiederkehrende Prüfungen nach BetrSichV, TRBS und DIN EN ISO 8573 vorgeschrieben. Diese betreffen unter anderem Druckbehälter, Sicherheitsventile und Steuerungssysteme. Qualifizierte Sachkundige oder zugelassene Überwachungsstellen führen die Prüfungen durch. Eine ordnungsgemäße Prüfplanung unterstützt den störungsfreien Betrieb, reduziert Risiken und stellt die Erfüllung von SLA- und XLA-Vorgaben im industriellen Umfeld sicher.

PRÜFUNGEN IM BETRIEB: RECHTSSICHERHEIT UND ANLAGENSICHERHEIT GEWÄHRLEISTEN

Zielsetzung

Ziel ist es, ein rechtssicheres, technisch fundiertes und prozessorientiertes Prüfkonzept für Druckluftanlagen zu etablieren. Dieses soll die Betriebssicherheit, Anlagenverfügbarkeit, Energieeffizienz und Nutzerakzeptanz sicherstellen, unter Einhaltung aller relevanten Vorschriften, Normen und Standards.

Neben der laufenden Wartung unterliegt eine Druckluftanlage – insbesondere die Druckbehälter und sicherheitsrelevanten Anlagenteile – gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen. Diese Prüfungen dienen der Betriebssicherheit und sind in Deutschland vor allem durch die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) geregelt. Die BetrSichV definiert Druckluftbehälter (ab einem Druckinhaltsprodukt PS × V > 50 bar·Liter) als prüfpflichtige überwachungsbedürftige Anlagen, die wiederkehrend geprüft werden müssen. Die TRBS 1201 als zentrale Technische Regel konkretisiert diese Vorgaben und erläutert Arten, Umfang, Fristen und zuständige Personen für Prüfungen an solchen Anlagen. Für Druckanlagen im Besonderen existiert TRBS 1201 Teil 2, welche auf Gefährdungen durch Dampf und Druck zugeschnitten ist und spezielle Anforderungen an die Prüfungen dieser Anlagen stellt

Konkret sind für Druckbehälter drei Arten von wiederkehrenden Prüfungen vorgesehen:

  • Äußere Prüfung: Sicht- und Funktionsprüfung von außen auf Korrosion, Beschädigungen, Zustand der Schutzeinrichtungen.

  • Innere Prüfung: Inspektion der Innenoberflächen des Behälters auf Korrosion, Risse, Ablagerungen etc. (erfordert Öffnung des Behälters).

  • Festigkeitsprüfung (Druckprüfung): Überprüfung der Festigkeit meist durch hydraulischen Drucktest über dem Betriebsdruck, um die Materialfestigkeit sicherzustellen.

Prüfpflichten für einen typischen stationären Druckluftbehälter

Prüfung vor Inbetriebn.

Vollständige Abnahme der Anlage vor Erstbenutzung: Dokumentenprüfung, äußere und innere Kontrolle, Funktionstest Sicherh.-Einrichtungen.

Einmalig vor Start

Befähigte Person oder ZÜS (abhängig von PS×V).

Äußere Prüfung

Sichtprüfung außen: Lack, Korrosion, sichtbare Schäden, Kontrolle von Armaturen, Sicherheitsventil und Manometer auf Funktion.

Alle 2 Jahre (kann entfallen wenn geringes Risiko)

Befähigte Person (bei kleineren Behältern) oder ZÜS (bei größeren).

Innere Prüfung

Behälteröffnen und innen prüfen: Korrosion, Rissprüfung (visuell / Endoskop), Wanddickenmessung, Zustand der Innenbeschichtung falls vorhanden.

Alle 5 Jahre

I. d. R. ZÜS-Prüfer für Behälter > 1000 bar·L; befähigte Person bei kleineren.

Festigkeitsprüfung

Hydraulische Druckprüfung (oder gleichwertig, z. B. Pneumatisch mit Auflagen): Druckerhöhung auf Prüfdruck, Dichtigkeits- und Festigkeitsnachweis.

Alle 10 Jahre

ZÜS (bzw. befähigte Person bei < 1000 bar·L, falls zulässig).

Sicherheitsventil-Prüfung

Funktionsprüfung bzw. Neuabgleich des Sicherheitsventils (meist Abblasdruck prüfen, Ventil reinigen/ersetzen).

Jährlich (Empfehlung, oft zusammen mit Kompressorwartung)

Befähigte Person (z. B. Service-Techniker mit Prüfkompetenz) – teilweise im Zuge der äußeren Prüfung durch ZÜS anerkannt.

Elektro-Prüfung (DGUV V3)

Wiederholungsprüfung der elektrotechnischen Anschlüsse und Steuerungen (Isolationsmessung, Schutzleiterprüfung).

Alle 4 Jahre (bei ortsfesten Anlagen üblich)

Elektrofachkraft (intern oder extern) gemäß DGUV Vorgabe.

Fazit

Die Höchstfristen für diese Prüfungen sind in BetrSichV Anhang 2 festgelegt und betragen in der Regel: 2 Jahre für äußere Prüfungen, 5 Jahre für innere Prüfungen und 10 Jahre für die Festigkeitsprüfung bei Druckluftbehältern. Es gibt Ausnahmen: So kann die äußere Prüfung entfallen oder in größeren Abständen erfolgen, wenn der Behälter z.B. weder feuer- noch abgasbeheizt ist (dann geringeres Risiko äußerer Beeinträchtigung). In besonderen Fällen (z. B. einfache Druckbehälter nach RL 2014/29/EU) gelten ebenfalls 5 und 10 Jahre für innere/Festigkeitsprüfung, oft ohne äußere Prüfungspflicht.

Die Prüfanforderungen für Druckluftanlagen sind ein essenzieller Bestandteil des technischen Risikomanagements. Nur durch eine gesetzeskonforme, normbasierte, lückenlose und digital gestützte Prüfstrategie können Betreiber ihre Pflichten erfüllen, Anlagenausfälle verhindern und Sicherheitsstandards gewährleisten. Eine messbare, nutzerorientierte Prüfstrategie mit klaren KPIs, SLAs und XLAs sichert Betriebssicherheit, Energieeffizienz und Vertrauen – über alle Nutzungstypen hinweg.

Eine Prüfung ist die strukturierte und dokumentierte Bewertung des Ist-Zustands einer Druckluftanlage im Hinblick auf:

  • Betriebssicherheit (z. B. Dichtheit, Druckbegrenzung)

  • Gesetzliche Vorschriften (z. B. BetrSichV, DGUV)

  • Technische Normen (z. B. DIN EN ISO 8573, VDMA 15390)

  • Funktionalität und Energieeffizienz

Prüfungen werden unterschieden in:

  • Erstprüfung

  • Wiederkehrende Prüfung

  • Anlassbezogene Prüfung (z. B. nach Umbau, Störung)

Betreiberverantwortung (nicht delegierbar)

  • Prüfungspflicht gemäß §14 und §15 BetrSichV

  • Organisation und Beauftragung zugelassener Prüfer (ZÜS oder befähigte Person)

  • Auswertung und Bewertung der Prüfergebnisse

  • Durchführung der Gefährdungsbeurteilung (TRBS 1111)

  • Ableitung und Umsetzung von Maßnahmen bei Abweichungen

Delegierbare Betreiberpflichten

  • Durchführung der operativen Prüfung durch befähigte Person (TRBS 1203)

  • Erstellung und Pflege der Prüfdokumentation

  • Integration in das CAFM- oder Dokumentationssystem

  • Technische Bewertung der Druckluftqualität nach ISO 8573

Rechtsgrundlagen

  • Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV)

  • Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG)

  • Produktsicherheitsgesetz (ProdSG)

  • Technische Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 1201, 1203, 1111, 2141)

  • DGUV Vorschrift 3 und Regel 100-500 Abschnitt 2.35

  • EnSimiMaV, EnEfG bei energetischer Relevanz der Anlage

Technische Normen und Standards

  • DIN EN ISO 8573-1 – Druckluftqualität (Partikel, Wasser, Öl)

  • DIN EN 1012-1/2 – Kompressoren: Sicherheitstechnische Anforderungen

  • VDMA 15390-1 – Energieeffizienzprüfung von Druckluftsystemen

  • VDI 3810 Blatt 7.1 / 7.2 – Betreiben und Instandhalten von Druckluftanlagen

  • DIN EN ISO 50001 – Energiemanagementsysteme

  • DIN EN ISO 50001 – Energiemanagementsysteme

Arten und Inhalte von Prüfungen

Prüfart

Inhalt

Intervall / Anlass

Wiederkehrende Prüfung (Druckbehälter)

Festigkeit, Dichtheit, Korrosion, Sicherheitsventile

Alle 5 Jahre (innerlich), alle 10 Jahre (Festigkeit)

Funktionale Prüfung (Kompressoren, Steuerung)

Anlaufverhalten, Druckregelung, Not-Aus, Sensorik

Jährlich

Qualitätsprüfung (nach ISO 8573-1)

Partikelmessung, Taupunkt, Restölgehalt

Je nach Nutzung (z. B. monatlich in Küche)

Leckageprüfung (Verteilung)

Ortung, Klassifizierung, Verlustbewertung

Halbjährlich

Energetische Prüfung (VDMA 15390)

Wirkungsgrad, Druckverlust, Lastlaufverhalten

Alle 3 Jahre oder bei Änderungen

Nutzungsspezifische Anforderungen

Nutzung

Besondere Prüfanforderungen

Industrie

Prüfung redundanter Anlagen, Prüfung unter Produktionsbedingungen

Verwaltung

Prüfdokumentation für BMS/GLT, geringer Druckbedarf

Betriebsgastronomie

ISO-8573-1-Klasse 1 Prüfung, hygienisch einwandfreie Luft

Hochregallager

Prüfung auf schnellen Druckabfall bei Hubtechnik

Mobility Hub

Prüfung bei starkem Lastwechsel, Prüfdaten für Werkstattvernetzung erforderlich

Digitale Prüfunterstützung

  • Mobile Prüf-Apps für Echtzeit-Dokumentation

  • Schnittstellen zum CAFM-System für Prüfplanung & Berichtswesen

  • Sensorgestützte Prüfdaten (z. B. Druck, Temperatur, Qualität)

  • Dashboards für Trendanalyse und Eskalationslogik

  • Digitale Prüfberichte mit Bilddokumentation & Unterschrift

Key Performance Indicators (KPI)

KPI

Zielwert

Intervall

Fristgerechte Prüfungen

≥ 98 %

monatlich

Mängelquote sicherheitsrelevanter Prüfungen

< 3 %

quartalsweise

Anteil digital dokumentierter Prüfungen

≥ 95 %

monatlich

Einhaltung ISO 8573-1 Druckluftklasse

100 %

monatlich

Service Level Agreements (SLA)

Service

Reaktionszeit

Umsetzungsfrist

Prüfung durch befähigte Person

≤ 3 Arbeitstage nach Anfrage

≤ 5 Arbeitstage

Bereitstellung Prüfbericht

≤ 48 h nach Prüfung

PDF/digital

Meldung sicherheitsrelevanter Mängel

Sofort

≤ 4 h zur Betreiberinfo

Experience Level Agreements (XLA)

Erlebnisfaktor

Zielwert

Verständlichkeit von Prüfberichten für Betreiber

≥ 90 % Zustimmung

Vertrauen in Prüftechnik & Personal

≥ 85 % positiv

Zufriedenheit mit Prüfplanung & Kommunikation

≥ 90 %