Ein zentrales Element der Betriebsführung ist die Wartung und Instandhaltung der Druckluftanlage. Durch vorbeugende Wartungsmaßnahmen wird sichergestellt, dass die Anlage mit maximaler Effizienz arbeitet, eine hohe Lebensdauer erreicht und ungeplante Ausfälle vermieden werden. Instandhaltung im Facility Management umfasst hier alle geplanten Inspektionen, Wartungen, Reparaturen und gegebenenfalls Verbesserungen an der Druckluftstation sowie dem Verteilnetz. Dabei sind sowohl Herstellervorgaben als auch anerkannte Regeln der Technik (z. B. VDMA- und DIN-Normen zur Instandhaltung) zu berücksichtigen.
Regelmäßige Wartung bringt eine Reihe von Vorteilen, die unmittelbar den Betriebserfolg beeinflussen: Sie hält die optimale Leistung der Kompressoren aufrecht (gereinigte Filter, korrekt gespannte Riemen etc. erlauben maximale Effizienz); sie erhöht die Langlebigkeit – gut gewartete Maschinen müssen seltener ersetzt werden; sie führt zu Kosteneinsparungen durch das frühzeitige Erkennen und Beheben kleinerer Probleme, bevor daraus teure Großschäden entstehen; sie verbessert die Anlagensicherheit, da alle Komponenten in ordnungsgemäßem Zustand gehalten werden und so Unfallrisiken sinken; und sie trägt zur Energieeffizienz bei, weil ein gewarteter Kompressor weniger Energie verschwendet (z. B. schließen intakte Ventile dicht, saubere Kühler behalten guten Wärmeübergang, richtiges Öl reduziert Reibungsverluste).
Wartungsplanung
Zu Beginn der Betriebsphase wird ein Wartungsplan erstellt, der alle erforderlichen Maßnahmen und Intervalle aufführt. Hersteller liefern in ihren Handbüchern meist detaillierte Wartungsintervalle und Checklisten. Zusätzlich existieren normative Empfehlungen, etwa VDMA 24186 (Leistungsprogramm für die Wartung von TGA-Anlagen) oder DIN 31051 / DIN EN 13306, die die Grundbegriffe und Arten der Instandhaltung definieren. Anhand dieser Quellen gliedert man die Wartung in zeitbasierte Intervalle – täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich, etc. – sowie in betriebsstundenabhängige Intervalle (z. B. alle 2000 Betriebsstunden Ölwechsel).
beispielhafter Auszug typischer Wartungszyklen und -aufgaben für eine Druckluftstation
Wartungsintervall
Wesentliche Wartungsaufgaben
Täglich
– Ölstand des Kompressors prüfen und bei Bedarf Öl nachfüllen. – Kondensat aus dem Luftbehälter und Filterabscheidern ablassen. – Sicht- und Hörkontrolle auf ungewöhnliche Geräusche, Vibrationen oder Leckagen.
Wöchentlich
– Ansaugluftfilter prüfen, ggf. reinigen (oder ersetzen bei starker Verschmutzung). – Keilriemen auf korrekte Spannung und Verschleiß kontrollieren, nachspannen oder wechseln bei Bedarf. – Funktion des Sicherheitsventils testen (z. B. durch vorsichtiges Anlüften).
Monatlich
– Alle Schraubverbindungen und Befestigungen auf festen Sitz prüfen, lockere Verbindungen nachziehen. – Ansaugöffnungen und Kühlluftwege reinigen, damit keine Verstopfungen vorliegen. – System auf ungewöhnliche Geräusche unter Volllast prüfen, um frühzeitig mechanische Probleme zu erkennen.
Vierteljährlich
– Ölwechsel bei ölgeschmierten Kompressoren durchführen (ggf. häufiger nach Herstellerangabe). – Ölabscheider im Kompressor prüfen (Differenzdruck messen) und falls nötig erneuern. – Druckeinstellwerte und Abschaltpunkte mit Referenz manometer überprüfen, um Abweichungen zu erkennen.
Jährlich
– Ansaug- und Ventilbereiche demontieren und gründlich reinigen (Einlassventile, Rückschlagventile). – Alle wichtigen Komponenten auf Verschleiß prüfen und verschlissene Teile austauschen (z. B. Ventilplatten, Dichtungen). – Professionelle Jahresinspektion durch Fachfirma oder Hersteller-Techniker durchführen lassen, um tiefergehende Prüfungen (z. B. Motor-Lagerzustand, Schwingungsmessung) vorzunehmen.