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Begrenzung von Leckage- und Druckverlusten

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Reduzierung von Leckage- und Druckverlusten

Reduzierung von Leckage- und Druckverlusten

Die Begrenzung von Leckage- und Druckverlusten dient der sicheren und wirtschaftlichen Betriebsführung technischer Anlagen. Ursachen entstehen durch Undichtigkeiten, ungeeignete Dimensionierung, Verschleiß oder Ablagerungen innerhalb von Rohrleitungen und Armaturen. Eine systematische Analyse erfasst Druckverläufe, Durchflussmengen und Betriebszustände.

Auf dieser Grundlage erfolgen Maßnahmen wie Dichtheitsprüfungen, Austausch beschädigter Komponenten, Anpassung von Regelarmaturen und Optimierung von Leitungsquerschnitten. Ergänzend werden Wartungsintervalle und Betriebsparameter überprüft. Dokumentierte Messergebnisse ermöglichen die Bewertung des Anlagenzustands über längere Zeiträume.

Die Reduzierung von Verlusten verbessert die Versorgungssicherheit, stabilisiert Betriebsdrücke und verringert Energie- sowie Medienverbrauch im laufenden Betrieb.

Begrenzung von Leckagen und Druckverlusten

Zielkriterien aus FM-Sicht

Die Maßnahmen zur Verlustbegrenzung werden im Facility Management anhand mehrerer Zielgrößen bewertet. Tabelle 1 fasst die wesentlichen Kriterien und ihren Nutzen zusammen.

Zielkriterium

Nutzen im FM-Kontext

Energieeffizienz

Reduktion von Leckagen und Druckverlusten senkt den Energiebedarf des Kompressors. Eine Druckabsenkung von 1 bar reduziert den Stromverbrauch um etwa 8 %.

Druckstabilität/Versorgungssicherheit

Minimierte Verluste verringern Schwankungen im Netz und sichern die Versorgung auch bei Spitzenlasten.

Reduzierung von Störungen

Geringere Leckagen und saubere Leitungen verringern ungeplante Stillstände und Nacharbeiten.

Lebenszykluskosten

Niedriger Energieverbrauch und geringerer Verschleiß senken die Gesamtbetriebskosten.

Wartungsaufwand

Systematische Inspektion und Zonierung erleichtern Instandhaltung und beschleunigen Reparaturen.

Nachweisfähigkeit

Messbare Kennzahlen und Dokumentation ermöglichen das Reporting gegenüber Eigentümern und Behörden.

Randbedingungen des Standorts und Betriebs

Für eine wirksame Verlustbegrenzung müssen Standort- und Betriebsrandbedingungen berücksichtigt werden. Dazu gehören die bestehende Anlagenkonfiguration (Kompressoren, Aufbereitung, Speicher), die Netzstruktur (Ring- oder Strangleitung, Leitungslängen), Betriebszeiten und Lastprofile sowie die Zugänglichkeit zu Leitungen (Decken, Schächte, Technikräume). Ebenso spielen die Nutzerdisziplin (Abschaltverhalten von Endgeräten) und produktionstechnische Einschränkungen (z. B. medizinische oder industrielle Prozesse) eine wichtige Rolle. Diese Parameter fließen in die Priorisierung der Maßnahmen ein.

Grundbegriffe und Abgrenzung

Leckageverluste entstehen durch unkontrollierten Austritt von Druckluft an Leitungen, Armaturen oder Verbrauchern. Empirische Studien zeigen, dass bis zu 30 % der erzeugten Druckluft durch Leckagen verloren gehen. Druckverluste hingegen sind Druckdifferenzen zwischen Erzeugung und Entnahmestelle, verursacht durch Strömungswiderstände, Engstellen, Verschmutzungen oder ungeeignete Auslegung. Beide Verlustarten wirken sich auf die Effizienz aus, erfordern aber unterschiedliche Maßnahmen.

Erforderliche Eingangsdaten (FM-typisch)

Für die Analyse von Leckage- und Druckverlusten sind verschiedene Datenquellen notwendig. Tabelle 2 zeigt typische Datensammlungen und ihren Nutzen.

Datenbereich

Typische Inhalte

Nutzen für die Verlustanalyse

Netz- und Anlagenübersicht

Aufbau des Leitungsnetzes (Haupt- und Unterverteilungen, Zonen), vorhandene Speicher und Ventile

Identifikation kritischer Leitungsabschnitte und Erstellung eines Zonierungskonzepts

Betriebsdaten

Soll- und Ist-Drücke, Laufzeiten, Schalthäufigkeiten, gemessene Differenzdrücke

Erkennung von Überdruckbetrieb, unnötigen Betriebsstunden und Druckabfällen

Verbrauchs-/Lastprofil

Grundlast, Spitzen, Stillstandszeiten

Lokalisierung von Verlusten während Nichtbetriebszeiten (z. B. Nacht, Wochenende)

Wartungszustand

Filterzustände, Kondensatableitung, Armaturen, historische Reparaturen

Zusammenhang zwischen Komponentenverschmutzung und Druckverlusten

Zugänglichkeit

Revisionsöffnungen, Schächte, Deckenbereiche, Zugangserlaubnisse

Planung der Inspektions- und Reparaturroutinen

Plausibilisierung und Priorisierung

Das Facility Management prüft die erhobenen Daten auf Plausibilität. So lässt sich feststellen, ob Verluste vor allem während ruhender Betriebsphasen auftreten und welche Leitungsabschnitte oder Zonen einen besonders hohen Einfluss auf Energieverbrauch, Druckstabilität und Betriebsrisiko haben. Diese Bewertung bildet die Grundlage für die Priorisierung der Maßnahmen.

Grundprinzipien der Leckagebegrenzung

Leckagen verursachen erhebliche Kosten: In einer vernachlässigten Druckluftverteilung können bis zu 30 % der Luft über Leckagen entweichen. Die nachfolgende Tabelle fasst die Grundprinzipien der Leckagebegrenzung zusammen.

Prinzip

Beschreibung

Erkennen

Regelmäßige Suche nach undichten Stellen mittels Akustik-Rundgängen, Leckagesprays, Seifenlauge und Ultraschallmessgeräten. Das IHK-Merkblatt empfiehlt beispielsweise akustische Prüfungen außerhalb der Produktionszeiten, den Einsatz von Ortungssprays und die Verwendung von Ultraschallgeräten zur Erkennung von Kleinstleckagen.

Beseitigen

Gefundene Leckagen werden schnell behoben. Sofortmaßnahmen umfassen das Nachziehen undichter Verschraubungen, den Austausch beschädigter O-Ringe, Kupplungen und Schläuche sowie die Reparatur oder den Ersatz defekter Ventile und Zylinder.

Prävention

Einsatz hochwertiger Dichtungen und Kupplungen, professionelle Montage und klare Abschaltkonzepte für stillstehende Verbraucher reduzieren künftige Leckagegefahren. Leitungen sollten regelmäßig überprüft und vorbeugend gewartet werden.

Grundprinzipien der Druckverlustreduzierung

Druckverluste sind in der Verteilung oft unbemerkt. Eine effiziente Netzplanung berücksichtigt kurze, glatte Leitungswege, ausreichende Dimensionierung und passende Verbindungstechnik. Das Viega-Whitepaper empfiehlt für gut gewartete Netze maximale Druckverluste von 0,03 bar in der Hauptleitung, 0,03 bar im Verteiler und 0,04 bar in der Anschlussleitung. Über die gesamte Verteilung sollte der Druckverlust 1 bar nicht überschreiten; der Einsatz glatter, kurzer Schläuche reduziert den Verlust deutlich.

Die wichtigsten weiteren Grundprinzipien sind in Tabelle 3 dargestellt

Prinzip

Beschreibung

Netzführung und Dimensionierung

Ringnetze sind Stichleitungen vorzuziehen, weil sie kürzere Wege und geringere Druckverluste bieten und einzelne Abschnitte für Wartungen absperrbar machen. Beim Auslegen der Leitungen sollte das tatsächliche Volumenstrombedürfnis zugrunde gelegt und Reserven nur eingeplant werden, wenn Erweiterungen feststehen; überdimensionierte Netze verursachen bis zu 20 % Mehrkosten.

Hochwertige Verbindungstechnik

Rohrleitungswerkstoffe mit hoher Korrosionsbeständigkeit und Verbinder mit minimalem Strömungswiderstand erhöhen die Dichtheit und senken den Druckverlust.

Zustandsorientierte Wartung

Verschmutzte Filter und Kondensatableiter erhöhen den Druckverlust; eine regelmäßige Wartungs- und Wechselstrategie sichert stabile Druckverhältnisse.

Tabelle 4 ordnet häufige Ursachen für Verluste den entsprechenden Maßnahmen und Zielen zu

Verlustart

Typische Ursache

Konzeptionelle Maßnahme

FM-Zielwirkung

Leckage

Undichte Kupplungen oder Schläuche

Austausch beschädigter Komponenten, Verwendung standardisierter Schnellkupplungen und qualitativ hochwertiger Dichtungen

Reduzierung des Grundlastverbrauchs

Leckage

Leckende Endverbraucher im Stillstand

Installation von Absperr- oder Abschaltlogiken je Zone, Schulung der Nutzer zum Abschalten ungenutzter Geräte

Vermeidung unnötiger Laufzeiten und Verminderung der Leckagezeit

Druckverlust

Engstellen oder zu kleine Rohrquerschnitte

Netzoptimierung durch bedarfsgerechte Dimensionierung, Einsatz von Ringnetzen, Vermeidung von Stichleitungen

Senkung des erforderlichen Netzdrucks und Energieeinsparung

Druckverlust

Verschmutzte Filter oder Abscheider

Einführung einer zustandsorientierten Wartungs- und Wechselstrategie, Messung des Differenzdrucks zur Filterüberwachung

Sicherer Druck bei geringem Energieaufwand

Druckverlust

Ungünstige Armaturen und Verrohrung (viele Bögen, Winkel, Ventile mit hohem Widerstand)

Vereinfachung und Reduktion von Strömungswiderständen, Einsatz von modernen Kugel- oder Klappenventilen mit vollem Querschnitt

Verbesserte Druckqualität an den Verbrauchern und längere Lebensdauer des Netzes

Zonierung und Absperrkonzept

Eine effektive Maßnahme im Facility Management ist die Einteilung des Druckluftnetzes in Zonen mit klar definierten Absperrstellen. Die Klima-Plattform empfiehlt, ungenutzte Netzabschnitte zu isolieren, um Verluste zu reduzieren. Ringleitungen ermöglichen es, Teilstrecken gezielt abzusperren, sodass Wartungs- oder Reparaturarbeiten durchgeführt werden können, ohne den gesamten Betrieb zu unterbrechen.

Druckniveau- und Sollwertstrategie

Häufig wird der Systemdruck erhöht, um Druckverluste zu kompensieren. Dies ist jedoch energieintensiv: Eine Absenkung des Betriebsdrucks um 1 bar reduziert den Strombedarf des Kompressors um rund 8 %. FM sollte daher zunächst die technischen Verluste minimieren und den Sollwert nur so hoch wählen, wie es für die Prozesse erforderlich ist. Für einzelne Verbraucher mit höherem Druckbedarf können lokale Booster eingesetzt werden, anstatt den Netzdruck insgesamt zu erhöhen.

Wartungs- und Zustandseinfluss

Verschmutzte Filter, fehlerhafte Kondensatableiter oder verschlissene Armaturen führen zu erhöhten Strömungswiderständen und damit zu höheren Druckverlusten. Ein Wartungsplan mit definierten Intervallen und Zustandsindikatoren (z. B. Differenzdruckanzeigen an Filtern) ermöglicht es, Komponenten rechtzeitig zu reinigen oder zu ersetzen. Im IHK-Merkblatt wird darauf hingewiesen, dass der Wartungszustand einen erheblichen Einfluss auf die Druckverluste hat und dass Filterzustände, Kondensatableitung und Armaturen regelmäßig überprüft werden sollten.

Mess- und Kontrollpunkte zur Erfolgskontrolle

Eine FM-taugliche Umsetzung definiert grundlegende Messpunkte: Druck vor und nach kritischen Leitungsabschnitten (Hauptleitung, Verteiler, Anschluss), Laufzeiten und Schalthäufigkeiten der Kompressoren, Differenzdrücke an Filtern sowie Verbrauchskennzahlen. Die Überwachung dieser Daten ermöglicht eine datenbasierte Bewertung der Maßnahmen und eine kontinuierliche Anpassung der Prioritäten.

Tabelle 5 beschreibt die Rollen im FM-Kontext und ihre Aufgaben

Rolle

Grundaufgabe im FM-Kontext

Betreiber/Objektverantwortung

Festlegung von Effizienzzielen, Budgetvorgaben und Betriebsrestriktionen; Entscheidung über Investitionen

Facility Management

Planung und Steuerung des Leckage- und Druckverlustprogramms, Koordination von Inspektionen, Priorisierung der Maßnahmen und Reporting

Instandhaltung/Service

Durchführung von Inspektionen, Leckagesuche und Reparaturen, Optimierung der Netzstruktur, Austausch von Filtern und Armaturen

Nutzerbereiche

Unterstützung durch korrektes Abschalt- und Nutzungsverhalten, Meldung auffälliger Geräusche oder Druckabfälle

Betriebsroutine (Leckage- und Druckverlustmanagement)

Im Betrieb wird eine wiederkehrende Routine etabliert: Regelmäßige Sichtprüfungen zugänglicher Leitungsabschnitte, definierte Meldewege bei Auffälligkeiten und planmäßige Begehungen kritischer Zonen. Leckagesuchen sollten in regelmäßigen Abständen stattfinden; das IHK-Merkblatt empfiehlt die Dokumentation jeder Leckage mit Reparaturdatum, verantwortlicher Person und Nachkontrolle. Eine schnelle Abarbeitung der priorisierten Reparaturen verhindert, dass kleine Leckagen zu erheblichen Verlusten anwachsen.

Monitoring und Kennzahlen

Zur Bewertung des Erfolgs werden Kennzahlen wie die Veränderung des Grundlastverbrauchs während Stillstandszeiten, die Häufigkeit von Druckabfällen, der Anteil der Leerlaufzeiten und Differenzdrücke an Filtern erfasst. Eine Reduzierung des Grundlastverbrauchs deutet auf erfolgreiche Leckagebeseitigungen hin, während stabile Differenzdrücke auf eine effiziente Verteilung schließen lassen.

Die wesentlichen Bestandteile der Dokumentation sind in Tabelle 6 dargestellt

Dokumentationsbestandteil

Inhalt

Netzübersicht

Darstellung des Leitungsnetzes mit Zonen und Absperrventilen sowie Kennzeichnung kritischer Leitungsabschnitte.

Vorgehensweisen zur Leckagesuche

Beschreibung der Rundgänge, Messverfahren (z. B. Druckabfall- oder Ultraschallmessung) und Sofortmaßnahmen zur Beseitigung von Leckagen.

Wartungs- und Prüfplan

Festlegung der Intervalle und Zustandsindikatoren für wartungsrelevante Komponenten wie Filter, Armaturen und Kondensatableiter.

Maßnahmenliste und Reporting

Liste von Maßnahmen mit Prioritäten, Verantwortlichkeiten und einem Reporting-/Änderungsprozess zur Anpassung an neue Verbraucher oder geänderte Anforderungen.